Sequoia Nationalpark – Wandern zwischen Mammutbäumen

Sequoia-Nationalpark und Kings-Canyon-Nationalpark„, wie er komplett ausgeschrieben heißt, ist der nächste Nationalpark auf unserer Reise durch den Westen der USA. Einer den wir zum ersten mal besuchen dürfen und über den ich nur weiß, dass er ziemlich hohe Bäume beheimatet. :)

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Dann lasst uns aufbrechen und den Park erkunden.

Motelübernachtung – Check

Nachdem wir am Vortag von Las Vegas durch das Death Valley bis durch die dunklen Wälder Kaliforniens gefahren waren, hatten wir im Motel 6 eine super Übernachtungsmöglichkeit gefunden. :)

Motel 6, kann man machen

Ausgeschlafen und bereit, die nächste Nacht im Zelt zu verbringen, starteten wir den Motor und fuhren vorbei an unendlichen Wein- und Orangenplantagen.

Das kalifornische Längstal gilt als „Fruchtgarten der USA“. Dank des warmen Klimas und der fruchtbaren Böden werden hier enorme Mengen an Mandeln, Weintrauben und sogar Datteln angebaut.

Mit den ersten Gebirgsausläufern verschwanden nach und nach die großen Plantagen und die Landschaft wurde zunehmend abwechslungsreicher.

Bevor es in den Park ging, legten wir noch einen Stopp ein, um für den Abend einzukaufen. Mit im Gepäck: ein richtig gutes Steak, auf das ich mich schon den ganzen Tag gefreut habe. :D

Ankunft im Sequoia Nationalpark

Die Ankunft im Park gestaltete sich sehr entspannt und ohne Warteschlangen.

Vorbei an den riesigen Mammutbäumen war der routinierte erste Stopp am Besucherzentrum.

Wir wurden mit Informationen über den Park, die Wanderwege und Flora und Fauna bestens versorgt.

Die Ranger in den Nationalpark sind sehr hilfsbereit und geben viele Infos rund um den Park.
Nur hier in der Sierra Nevada

Doch, schöne kleine aber feine Ausstellung, die man besuchen kann. Außerdem gibt’s hier noch einen Stempel abzustauben. :)

Groß, größer, General Sherman
Ein Sequoia Trees oder auch Riesenmammutbaum

Wanderung zum Moro Rock

Vom Besucherzentrum starteten wir eine Wanderung auf dem „Moro Rock Trail“, Richtung Moro Rock. :) So ganz wussten wir selbst nicht, worauf wir uns hier einlassen und sind erst einmal losgestiefelt.

Auf zum Moro Rock

Die Wanderung startete bei bestem Wetter in der Einsamkeit des Parks, aber uns war auch etwas mulmig dabei, weil wir unser Bärenspray im Auto vergessen hatten. Also kehrten wir lieber um, um mit dem Auto zum Parkplatz in der Nähe des Moro Rock zu fahren.

Sequoia
Der Ausblick war schön aber der Bär im Kopf präsenter als vermutet.

Zwischenstopp an einem Mammutbaum

Auf dem Weg dorthin mussten wir kurz anhalten, um einmal die Dimensionen der Mammutbäume zu begreifen.

Dazu einmal die Frage des Tages: Warum sind viele Bäume an einer Seite des Stammes ausgebrannt?

Antwort: Dass die riesigen Mammutbäume (Sequoias) oft nur auf einer Seite am Stamm ausgebrannt sind – ein Phänomen, das oft als „Catface“ (Katzenface) bezeichnet wird – liegt vor allem an der Physik von Waldbränden an Hängen und der Ansammlung von brennbarem Material.

  • Brennstofffalle: Auf der bergauf gelegenen Seite sammelt sich über Jahrzehnte Laub und Holz. Bei einem Feuer brennt dieser Haufen extrem heiß und lange an derselben Stelle.
  • Kamineffekt: Die Hitze staut sich dort besonders stark, wodurch die dicke, feuerfeste Rinde schließlich durchbrochen wird.
  • Wiederholungs-Effekt: Ist die Rinde einmal weg, fressen sich Folgebrände über Jahrhunderte immer tiefer in das nackte Holz, während die andere Seite geschützt bleibt.
Durch die regelmäßigen Brände entstehen diese Brandnarben

Wanderung auf dem Moro Rock – Zweiter Versuch

Weiter ging es zum Parkplatz, von dem aus wir schon unser Ziel sehen konnten.

Hier ein bisschen Faktenwissen, worauf wir gleich „klettern“ werden.

Moro Rock im Sequoia-Nationalpark ist ein gigantischer Granit-Monolith, der vor über 65 Millionen Jahren durch unterirdisches Abkühlen von Magma entstand. Seine heutige Kuppelform bildete sich durch Exfoliation (Abschälen von Gesteinsschichten), gefolgt von tektonischer Hebung der Sierra Nevada und Erosion, die den harten Granit freilegte.

Wikipedia

Unser Ziel: Der Moro Rock
350 Stufen auf 2050 Meter. Lets go

Je dichter wir kamen, desto größer wurden die Ausmaße, bis wir nach 350 Stufen den Gipfel erreichten. Schnurstracks ging ich zum Ende des Plateaus und wollte ein Foto schießen, bis ich bemerkte, dass ich an einer riesigen Menschenschlange vorbeigegangen war, die sich fürs „Foto machen“ anstellte. Ich entschuldigte mich brav und entschied mich, dort nicht anzustehen.

Der Ausblick ist schon nice
OK, bei Gewitter würde ich auch niemandem empfehlen, hier rauf zu gehen
Noch ein letzter Blick bevor es wieder runter geht

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es über die steinigen Stufen wieder hinunter auf sicheren Untergrund.

Ich war auf jeden Fall froh, als wir wieder unten angekommen waren. :D

Der Größte im Sequoia – General Sherman Tree

Von der Besteigung des Granitfelsens ging es zur nächsten Superlative. Dem General Shermann Tree. Der voluminöseste Lebende Baum der Erde, dessen Alter zwischen 1900 und 2500 Jahren geschätzt wird.

Über einen Wanderweg, der sich 800 m hinab durch den Wald schlängelte kamen wir zum General Sherman.

Wie ein Blick auf die Infotafel verrät, sind die Dimensionen dieses Baumes schlicht beeindruckend: Der Stamm bringt es auf einen Durchmesser von unglaublichen 11 Metern, während sich seine Spitze bis auf 83 Meter in den Himmel erhebt. Insgesamt umfasst er ein Volumen von rund 1.487 Kubikmetern. Eine Größe, die man sich kaum vorstellen kann, bis man selbst davorsteht.

ZDF: Zahlen, Dakten, Fakten
Gigantisch!

Warum ist er nach einem General benannt? Die Geschichte dahinter ist folgende:

Der General Sherman Tree wurde nach William Tecumseh Sherman benannt, einem General der Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg. Der Name geht auf das Jahr 1879 zurück. Damals benannte der Naturforscher James Wolverton diesen gigantischen Baum zu Ehren von Sherman. Wolverton war selbst Veteran der Unionsarmee und wollte mit der Namensgebung seine Bewunderung für den General ausdrücken.

Vom Sherman aus starteten wir einen Spaziergang durch den Wald mit seinen majestätischen Mammutbäumen.

Es ist schwierig die Dimensionen ohne Vergleichsmaße zu erkennen.

Bye Sherman und Hello Auto mit dem es jetzt durch den Mammutbaum geht bzw. fährt.

Zwischenstopp: Tunnel Log

Neben den gigantischen Bäumen verbinden die meisten nämlich noch einen zweiten Punkt mit dem Sequoia Nationalpark. Diesen umgefallenen Baum, durch den man hindurchfahren kann. Genannt „Tunnel Log und eine kleine Attraktion des Parks.

Nahe des Giant Forest liegt der umgestürzte Mammutbaum. Er ist circa 83 m lang und hat einen Durchmesser von 6,4 m am unteren Teil des Stamms. Sein alter wird auf über 2000 Jahre geschätzt. Warum der Baum umgestürzt ist, ist unklar.

https://www.outdooractive.com/de/poi/tulare-county/tunnel-log/55379203

Das war auch schon das ganze Spektakel. :D

Unser Zeltplatz im Sequoia Nationalpark

Vom Tunnel Log aus fuhren wir zu unserem Zeltplatz, dem Lodgepole Campground, bauten unser Zelt auf und sammelten Holz, was hier sogar erlaubt war. Mehr geht nicht. :)

Zelt steht, schmeißt den Grill an

Als Nächstes wurde ein stattliches Feuer entzündet, auf dem das beste Steak des Urlaubs gebrutzelt wurde. Wenn ich schon daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Das Problem waren nur die vielen Wespen, die sich auch ein Stückchen vom Fleisch sichern wollten. Um dem zu entgehen, flohen wir ins Auto und aßen dort wespenfrei. :)

Burn, Baby burn

Zurück an der Feuerstelle bekam ich mit, wie der Nachbarsjunge (ca. 16 Jahre alt) mit einer kleinen Axt in den Wald ging, um sich Feuerholz zu schlagen. Nach ein paar Minuten kam er schreiend und fluchend aus dem Wald gelaufen und antwortete auf meine Frage „Is everything okay?“ mit „Wasps“ und lief zu seinen Eltern.

Kurze Zeit später packte die Familie ihre sieben Sachen und düste weg. Ich hoffe, er hatte keine Allergie gegen Wespenstiche.

Abendwanderung nach dem Essen

Was ist das Beste nach dem Essen im Urlaub? Richtig, der abendliche Spaziergang über die Strandpromenade oder wie in diesem Fall durch den Wald. :)

PS: Dieses mal war das Bärenspray auch dabei.

Vorbei an den großen Bäumen erreichten wir das Ende des Flusses, an dem mehrere Felsen als Liegeflächen dienten und auch von anderen Campern zum Sonnen genutzt wurden.

Sunset on the rocks
Tierische Begleiter waren auch hier unterwegs

Da wir nicht im Dunkeln durch den Wald streifen wollten (das hatten wir ja schon einmal so ähnlich), brachen wir langsam wieder zum Zeltplatz auf und atmeten noch einmal diese frische, gut riechende Luft ein.

Wie schön ist das bitte?

Kurz vor unserem Zeltplatz sahen wir noch die zwei Energiebündel miteinander spielen.

Für heute hatten wir alles gesehen und konnten die Nacht bis zum nächsten Morgen durchschlafen.

Am nächsten Tag gings in den Yosemite Nationalpark und zu unserer letzten Nacht im Zelt. -> Die Geschichte dazu gibts hier

Fazit | Sequoia Nationalpark

Endlich hatte ich es geschafft, den Sequoia-Nationalpark zu besuchen. Ich bin begeistert und vor allem in der Rückschau fast gerührt von der Schönheit des Parks.
Die Bäume, die Natur, die Wanderwege und mit wie viel Leidenschaft der Park gepflegt und gehegt wird. Danke dafür.

Hoffentlich werden die Nationalparks noch lange geschützt und die Natur bewahrt.

Die Schwierigkeit bei dem Park ist seine Erreichbarkeit. Mit dem Auto ist es fast immer ein riesiger Umweg, den ich dieses Mal aber gern in Kauf genommen habe.

Für alle Reisenden würde ich den Tipp geben, zu entscheiden, ob man den Sequoia- oder den Yosemite-Nationalpark besuchen möchte. Da beide ähnlich sind, sollte man die Zeit lieber für eine Übernachtung mehr nutzen und den Fokus auf einen Park setzen.

Reiseführer und Aktivitäten im Sequoia Nationalpark

(Deutsch) Reise Know-How Reiseführer USA – der ganze Westen

(Englisch) Moon Yosemite, Sequoia & Kings Canyon: Hiking, Camping, Waterfalls & Big Trees

(English) Lonely Planet Yosemite, Sequoia & Kings Canyon National Parks (National Parks Guide)

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