Bangkok die zweite

Der König fährt Fahrrad

Um der Dezemberkälte zu entfliehen, habe ich mich auch in diesem Jahr entschieden Weihnachten und Silvester in Thailand zu verbringen 🙂 In Hannover startete der Flieger und 14 Stunden später fand ich mich auch „schon“ am internationalen Flughafen von Bangkok wieder.

08.12.18 – 10.12.2018 & 29.12.18 – 01.01.19

Dieses mal nahm ich nicht das  überteuerte Taxi ins pulsierende Zentrum von Bangkok, sondern entschied mich für die günstigere Variante, die gute alte thailändische Bahn 🙂 Es war allerdings mal wieder etwas schwierig zu sagen, wann genau ich denn wo aussteigen muss…und somit habe ich mich für eine Station entschieden, an der die meisten Menschen die Bahn verließen….Und nachdem ich ausgestiegen war und mich die thailändische Hitze gepackt hatte musste ich erst mal meinen Hoodie ausziehen und mich orientieren.

Wunderbar…keiner mehr da….Auch wenn mein Rucksack relativ klein ist, werde ich natürlich als Touri erkannt und wurde somit auch sofort von einem anderen Backpacker angesprochen. Die Frage war wie Alex (mein neuer russicher Begleiter) und ich denn jetzt wirklich ins Zentrum von Bangkok kommen…weil wir hier irgendwie am „A**** der Welt“ ausgestiegen sind.

Die Idee von Alex war die Mobilitätsapp „Grab“ zu nutzen (Ist das gleiche wie UBER, nur für Südostasien) und das hat überraschend gut funktioniert. Somit standen wir endlich an einem Gehsteig mitten in Bangkok, um auch gleich mit dem nächsten Problem konfrontiert zu werden…Die Mägen knurrten und wollten gefüllt werden. Gesagt, getan und das erste „Pad Thai“ genossen.

So gestärkt bat mich Alex darum ihm doch zu helfen sein Hostel zu finden…Da ich ja kein Unmensch bin und weiß, wie es ist, wenn man das erste mal in dieser Stadt ist und ich damals auch Hilfe bekam mein Hostel zu finden (LINK), konnte ich ihn sehr gut verstehen. Mit Google Maps hat es keine 5min gedauert und Alex konnte es sich in seinem Apartment gemütlich machen. Wir tauschten noch schnell unsere Nummern aus und verabredeten uns für den Abend auf ein Bierchen an der „Khao San Road“.

Und jetzt muss ich zu meinem Hostel! Weil das super mit Grap funktioniert hat, hab ich mir die App auch gleich runtergeladen und wollte mich zum „Once Again Hostel“ chauffieren lassen. Das stellte sich aber aufgrund der abgesperrten Straßen rund um das Hostel als schwierig heraus. Der Taxifahrer schmiss mich also „irgendwo“ raus und zeigte in irgendeine Himmelsrichtung…naaa gut! Google Maps wird’s schon richten. Nach hin und her, vor zurück, rechts und links fand ich auch irgendwann das Hostel 🙂

Irgendwie hatte ich aber auch in meinem Posteingang gelesen, dass die Straßen rund um das Hostel gesperrt werden sein werden….STIMMT! Das Hostel hatte mir vor drei Tagen eine Mail geschickt, dass der König zum Fahrrad fahren einlädt….. Und wenn der König mit seinem Volk Fahrrad fährt, werden alle großen und wohl auch kleinen Straßen gesperrt.

Aber das war erst mal nebensächlich. Hauptsache ich konnte mich endlich von den Strapazen des langen Fluges erholen und ein paar Stunden Schlaf nachholen. Das gelang mir auch relativ gut und somit war ich nachts fit für die gute alte Khao San Road auf der sich alle Touris treffen und die Ihren Ruhm dem Film „The Beach“ zu verdanken hat.

Ganz grob kann man sagen, dass die Khao San Road das gleiche ist wie die Reeperbahn, nur bei 30°C und mit „essbaren Spinnen“ 🙂

Und da man hier tnie allein bleibt, fand ich mich auch Minuten später in einer Bar mit drei Touris wieder. Irgendwann stieß Alex noch dazu aber ihm war der Laden zu leer und die Musik zu lahm. Also zog er weiter und das war auch das letzte mal, dass ich Alex gesehen hatte.

Irgendwann hielt uns aber auch nichts mehr in dem Laden und ich ging mit den drei Mädels auch in den nächsten Laden und wir feierten noch, bis die Wolken lila wurden. Das war schon mal ein guter erster Abend 🙂

Den nächsten Tag verbrachte ich ganz entspannt in Bangkok und ließ mich einfach ein bisschen treiben. Ich schaute mir die verschiedenen Tempelanlagen an und genoss am Abend ein Glas Wein und das beste Sushi der Stadt auf einer Rooftopbar, von der man die Millionenmetropole überblicken kann.

Den nächsten Tag ging es nämlich schon wieder weiter zum Flughafen und von dort auf die Insel „Koh Phangan“…. Den Artikel dazu könnt ihr hier lesen 🙂

Und jetzt ein kleiner Zeitsprung….wir spulen zwei Wochen vor und ich bin wieder aus Koh Phangan in Bangkok um den Jahreswechsel in der Millionenmetropole zu verbringen. Diesmal etwas entspannter und gebräunter 🙂

Mein erster Gang führte mich zu meinem vertrauten „Pad Thai“ Dealer, den ich bei meiner allerersten Bangkokreise gefunden habe. In der Nähe der Khao San Road. Für 40 Baht (1,09 €) bekommt man hier, die besten Reisnudeln der Stadt.

Quelle: http://seonkyounglongest.com/wp-content/uploads/2016/04/IMG_7656-1000×667.jpg?x61413

Nach dieser vorzüglichen Stärkung machte ich mich auf den Weg in mein bekanntes Hostel. Der 15 minütigen Fußweg wurde allerdings unterbrochen, denn die dunklen Wolken, die sich über Bangkok zugezogen hatten, öffneten ihre Schleusen. Anfangs dachte ich noch, dass ich das aussitze…aber Pustekuchen….Wenn es in Bangkok regnet, dann regnet es.

Somit kaufte mir im nächsten Supermarkt einen überteuerten Mini-Regenschirm um das Hostel einigermaßen trocken zu erreichen.

Endlich angekommen konnte ich nach einer heißen Dusche in mein frisch bezogenes Bett und dort blieb ich auch bis zum nächsten Morgen 🙂

Den nächsten Tag wollte ich bei einem entspannten Frühstück im Hostel starten und fragte den Kollegen an der Rzeption, was das denn kosten würde. „Wie kosten? Das Frühstück ist doch inklusive. Du warst doch schon mal hier…“
Ok, umso besser 😀

Es gab gekochte Eier, Toast, Obst, Gemüse, Müsli, Milch, Tee, Kaffee und selbstgemachte Marmelade. Da war für jeden etwas dabei 🙂

Nach dem Frühstück checkte ich mal den „Gemeinschaftsraum“ aus und las einen Roman, den ich in einem Hostel zuvor gefunden hatte 🙂

Nach ein paar Zeilen kam einer der Hostel Mitarbeiter in den Raum und fragte ob ich Lust hätte am heutigen „Sportsday“ teilzunehmen. Es wurden einige Kinder eingeladen und sie bräuchten wohl noch etwas Unterstützung.

Gucken kann man ja mal…also ging ich runter und schneller als ich „Thailand“ sagen konnte, war ich Mitglied im „blauen Team“. Das dieses blaue Band natürlich eine gewisse Verantwortung mit sich bringt war mir klar…aber das ich im Laufe der Spiele eine 1,5l eisgekühlte Flasche Wasser trinken musste (immerhin ohne Kohlensäure), war doch eine Überraschung für mich und meinem Magen 😀

Die Aufgabe eines weiteren Spiels bestand darin, dass man eine Kartoffel von A nach B transportiert…zwischen den Beinen. Und da man dabei sehr viel springt, war klar was passieren musste…mein Handy viel mir aus der Tasche und nach „Murphys Law“ mit dem Display auf den steinigen Boden. Zack…erste Spiderapp! Kann ich das jetzt also auch unter „Mal gemacht“ verbuchen.

Trotzdem war es ein lustiger Nachmittag mit viel Spiel, Spaß und Spannung 🙂

Am Abend gab es dann im Hostel für 100 Baht (2.70€) ein kleines Buffet. Gefragt hatten mich einige der Mitarbeiter und ich fand die Idee ganz cool. Das fanden aber irgendwie nur eine Holländerin, zwei Mädels von der Rezeption und ich 😀

So hatten wir also eine kleine gemütliche Runde mit leckerem Thai Essen. Danach schnappte ich mir ein Bier von der Bar und kam mit einem der thailändischen Investoren des Hostels ins Gespräch. Zwei Sätze später saß ich auch schon mit ihm und seinem Freundeskreis an einem Tisch und spielte Poker 😀
Die Regeln hatte ich noch einigermaßen im Kopf aber es kam, wie es kommen musste… Es gewann ein Mädels, das zum allerersten mal spielte. 🙂

Vom Gewinn kaufte sie für die Runde noch ein paar Getränke und der Abend endete mit mir und einem Holländer auf der Khao San Road. Gekauft wurde eine Sonnenbrille und ein Minion Luftballon. Weitere Details kann ich aus datenschutztechnischen Gründen leider nicht nennen 😉

Am nächsten Tag stand die große Silversterparty an! Es war also der letzte Tag des Jahres und wo verbrachte ich diesen? Im Shopping Center „MBK“ um das Display von meinem Handy wechseln zu lassen 🙂 Erstmal musste ich die richtige Etage finden und dann mit den Händlern einen akzeptablen Preis verhandeln. Wir einigten uns bei ca. 40€ und ca. 2 Stunden später hielt ich mein Handy inkl. neuem Display in der Hand. Auf dem ersten Blick sah es ganz gut aus, auf dem zweiten zeigte sich die minderwertige Qualität des Displays…aber nun gut…immerhin keine Spider App mehr 🙂

Quelle: http://images.pond5.com/timelapse-view-pantip-plaza-bangkok-footage-016061759_prevstill.jpeg

Vom Shopping Center zum Hostel kam ich an der Nationalgallerie vorbei und fand eine gute Gelegenheit, um dem Stress Bangkoks zu entkommen und eine Oase der Ruhe zu finden.

Quelle: http://static.asiawebdirect.com/m/bangkok/portals/bangkok-com/homepage/magazine/national-art-gallery/pagePropertiesImage/national-gallery-bangkok.jpg

Nach so viel Ruhe kann aber auch langsam die Silvesterparty starten 🙂 Und die fand auf dem Dach des Hostels statt. Den ganzen Tag über schmückten die Mitarbeiter die Terrasse . Der Grill wurde angeschmissen,  die Zapfanlage installiert und somit waren alle Gäste ausreichend versorgt. 🙂 Die Gäste und Mitarbeiter feierten ausgiebig und das ein oder andere Trinkspiel wurde bestritten. Ich hielt mich dezent zurück, weil ich noch den Vorabend in den Knochen spürte… Man wird eben doch nicht jünger 😀

Um kurz vor Mitternacht war die Stimmung am Siedepunkt. Wir tanzten alle auf den Tischen und ließen um 12 Uhr unsere Wunderkerzen und Tischfeuerwerke los. Jeder viel jedem in die Arme um sich ein gesundes und glückliches Jahr 2019 zu wünschen.

HAPPY NEW YEAR!!!! 🙂

Mit meinen Silverstergrüßen an die Heimat war ich natürlich 6 Stunden voraus 🙂 HA! ERSTER!

Um halb 1 schlich ich mich aber auch schon in mein Bett, denn ich musste mich vor Ben verstecken, der noch uuuunbedingt auf die Khao San Road wollte…“Gerne! Aber nicht heute“ 😀

So konnte ich am nächsten Morgen auch gaaaanz entspannt aufstehen, frühstücken und meinen Rucksack packen. Denn 3 ½ Wochen waren um….es geht nach Hause. Natürlich wie immer mit einem weinenden und einem lachendem Auge. 🙂

Auf dem Rückflug von Istanbul nach Hannover ist mir noch etwas passiert…

Ich stieg in den Flieger ein und setzte mich auf meinen Platz „18B“. Rechts neben mir saß ein älterer deutscher Herr und auf der anderen Seite eine Asiatin, die sich sofort ihre Schuhe und Socken auszog, um ihre nackten Füße gegen den Sitz ihres Vordermanns zu pressen. …Bis eine völlig gestresste Stewardess in meine Richtung gelaufen kam und auf mich zeigte und in einem ziemlich scharfen Ton sagte „BOARDING CARD!“…okok die liegt in meinem Rucksack, der vorschriftsmäßig verstaut wurde. Also einmal aufstehen, alle Koffer, Rucksäcke und Taschen der anderen Passagiere rausziehen und meine Karte rauspopeln…“SO HIER BITTE“….hmmm ok „Take your Backpack and come with me“….

OH HA! Na dann mal los… und wir stiefelten in den Business Bereich des Flugzeugs, sie machte eine rasche Handbewegung und zeigte auf einem leeren Sitz….“Take your Seat
JAWOLL…schön Business Bereich…läuft bei mir 😀

Der Grund war eine Doppelbuchung meines Sitzplatztes…manchmal muss man auch Glück haben.

Ich kann nur eine Lobeshymne auf den Business Bereich singen….BESTE! mehr brauch ich gar nicht sagen 😀

Das nenn ich mal Happy End! 🙂

 

 

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