Butterfly Valley

Ich hatte vom „Butterfly Valley“ nur gehört….und das auch nicht wirklich ausführlich…Es soll da ganz schön sein, kaum Schmetterlinge geben und nur mit dem Boot zu erreichen sein…übernachten kann man dort wohl auch…Das klingt doch wie für mich gemacht 😀

Nach einer herzlichen Verabschiedung von meinen Vermietern und den belgischen Gästen ging es mit Minibus und Boot ins Butterfly Valley….Nicht wirklich späktakulär schipperten das Boot von Ölüdeniz (20min mit dem Bus von Fethiye) zwischen den hohen Felsen entlang, in Richtung Strand, an dem auch schon andere Boote angelegt hatten.Überfahrt nach Butterfly Valley

Mit Sack und Pack gings an die Rezeption, an der kein Wort Englisch gesprochen wurde…Gut, das ich noch alle Hände und Füße hatte, denn die habe ich gebraucht, um zu erklären, dass ich hier ein paar Tage bleiben möchte…Mir wurde ein Zelt zugewiesen, das dem Zelteinteiler wohl unbewohnt schien….also legte ich meine Sachen ab und machte mich auf um das Eiland zu erkunden. Es gibt mehrere Bars…am spektakulärsten ist die „Rock Bar“ die, wie der Name vermuten lässt, auf Felsen erbaut wurde :),

Rock Bar

einen Marktplatz, auf dem man die Dinge des täglichen Alltags erstehen konnte, eine Snack Bar und ein Cafe. Freilaufende Hühner und Enten waren wie auch auf der Bodrum Eco Farm an der Tagesordnung. Das Frühstück und Abendessen, das serviert wurde, war im Preis inbegriffen und konnte sich sehen und schmecken lassen.

Abendessen Butterfly Valley

Außerdem konnte ich noch zwei Wanderwege ausmachen, von denen ich einen auch gleich beschritt…er sollte mich zu einem Wasserfall führen. Als ich allerdings mit meinen Flip Flops an den Füßen irgendwann nicht mehr weiterkonnte, bin ich erstmal umgedreht und habe das Ganze auf Morgen vertagt. Dafür habe ich das Cafe, das außerdem eine Kunstausstellung und Bücherei beinhaltet, aufgesucht und zahlreiche deutschsprachige Bücher gefunden. Ich machte es mir also in einer Hängematte gemütlich und las erst mal in Ruhe.Stonehouse Butterfly ValleyHängematte Butterfly Valley

Irgendwann allerdings hörte ich ein paar Meter entfernt…nahe meines Zeltes ein paar Stimmen die vermuten ließen, das irgendetwas nicht stimme…und es könnte mit mir zu tun haben …und so war es auch…Das Zelt, das mir zugewiesen wurde, war nämlich besetzt und das von zwei deutschen…Wir regelten das ganze aber ziemlich unbürokratisch und ich suchte mir einfach ein Zelt, das diesmal wirklich frei war 😉

Auf den Schreck erst mal ins warme kristallklare Wasser und ein paar Runden schwimmen….währenddessen fällt mir ein Rotschopf am Strand auf…die knallroten Haare reichen bis zum Hintern und sind nicht zu übersehen…ZAK! und ich dachte sie ist in Peru…natürlich unterhielten wir uns kurz und sie stellte mir auch ihre Freunde vor..Was für ein Zufall 😀

Den Rest des Tages ließ ich am Strand ausklingen…einfach nur da sitzen…das Wasser um die Füße spülen lassen und die letzten Sonnenstrahlen genießen….

Sonnenuntergang Butterfly Valley2 Sonnenuntergang Butterfly Valley Ausblick Butterfly Valley1

WAS FÜR EIN WUNDERSCHÖNER ORT!!! Vor allem wenn die Boote weg sind und keine Tourimassen mehr in die Bucht strömen.

Es lässt sich kaum beschreiben. Einer der schönsten Orte, den ich jemals gesehen habe…Erinnert mich alles son bisschen an „The Beach“. Die Leute sind alle total entspannt und freundlich, das Essen ist frisch und lecker, das Wasser ist warm und klar, die Berge sind so imposant. Ach und noch was…was zuerst ein absoluter Schock für mich war aber womit ich mich jetzt schon angefreundet habe….ES GIBT KEIN INTERNET….Das ist mal ne Aussage, die man verarbeiten muss! 😀 Ist aber wirklich sehr gut, um mal absolut runterzukommen und abzuschalten. Ich genieße es jedenfalls total!

Die Gefahr ist hier natürlich sehr groß, dass man nicht mehr wegkommt und hängen bleibt. Nur gut das ich schon mein Busticket gekauft habe 😀

Die Nacht im Zelt war so lala…bisschen heiß und klein aber es geht schon irgendwie 😀

Zelt Butterfly Valley

Ich war auch am nächsten Morgen als Erster wach und sprang vor allen anderen ins Wasser um mich fit für den Tag zu machen…denn heute hatte ich mir vorgenommen nach Faralya zu wandern…Auf Auf!!! Ich bin weit gekommen…bis ich auf eine steile Wand schaute an dem ein Seil herunterhing, das mir sagte…“Nein…dreh um„…das tat ich dann auch…mich hat dann noch jemand überholt der mir sagte, dass er fast von herabfallenden Steinen getroffen wurde…“Na Prost Mahlzeit“..das brauch ich nun wirklich nicht…Also doch zum Wasserfall..und diesmal ohne Flip Flops…Barfuß…auf den Rat hin einer Barkeepering…und es ging wunderbar… BIS….ein Schild mir sagte…hier drehst du mal lieber um 😀

Butterfly Valley von oben
Achtung WasserfallBlick vom Wasserfall

So viel Action muss mit einer ruhigen Lesestunde ausgeglichen werden…irgendwie kam ich aber ins Gespräch mit der Chefin vom Cafe. Sie übersetzte mit den kasachischen Text den mir Kamila ins Tagebuch schrieb und setzte ihren eigenen Artikel darunter…den ich wieder von jemanden anders übersetzten lassen muss. Außerdem wurde ich den ganzen Tag über mit Essen und Getränken versorgt und ich kümmerte mich im Gegenzug um die Kinderbetreuung. Ihre 4 jährige Tochter hat sich nämlich gedacht, dass ich wohl ein guter Spielgefährte wäre und mir ihre komplette Lego und Puppensammlung präsentierte… unbeschreiblich süß und clever! Sie hat mich in ihr Herz geschlossen und umgekehrt genauso. Kinder sind doch einfach schön 🙂 Ich habe außerdem schon angefangen die Gäste zu bewirten…also ein halber Volunteer. Es ging so weit das die Gäste des Cafes dachten ich wär der Vater von Damilia 😀 Ihr leiblicher Vater kam dann aber auch am Abend 😀

Ein weiteres Highlight dieses Tages war eine Schlange in dem alten Steinhaus, die wohl Futter gesucht hat…Einer der Gäste versuchte dann die Schlange mit einem Stock zu vertreiben was ihm auch gelang…Bis zum Ende meines Aufenthalts habe ich sie auch nicht mehr gesehen.

Schlange im Stonehouse

Die Tage zeichneten sich durch eine gewisse Routine aus die wie folgt aussieht:

05:30 Uhr Aufwachen, Zähne putzen, morgendlicher Toilettengang
06:00 Uhr YOGA (Ich versuchte mich an die Übungen von Mustafa zu erinnern)
07:00 Uhr Schwimmen
08:00 Uhr Frühstück
Ab 10:00 Uhr Wandern, lesen, mit Damilia spielen, schreiben, mit anderen Gästen quatschen, Mittagsschläfchen machen.
18:00 Uhr YOGA
19:00 Uhr Schwimmen
20:00 Uhr Abendessen
23:00 Schlafen

Mir gibt diese Routine eine gewisse Orientierung und ich finde es klasse 🙂

Natürlich gab es immer mal wieder verschiedene Variationen des Tagesablaufs…Eine sehr interessante Erfahrung dabei war, wie ich beim Schwimmen eine Flosse aus dem Wasser ragen sah…..und mich wunderte, was das wohl war…Ich erinnerte mich aber daran, dass mich jemand gefragt hatte ob ich schon die Wasserschildkröten gesehen hätte…Es war eine, das konnte ich zu dem Zeitpunkt bestätigen, als ihr Kopf aus dem Wasser auftauchte, um nach Luft zu schnappen…Allerdings schwamm sie weiter auf mich zu und es war schon klasse, dass sie sich mir auf wenige Zentimeter näherte.

Wasserschildkröte Butterfly ValleyQuelle: caretta-caretta.jpg

Ein Thema das mir allerdings sehr am Herzen liegt auch hier wieder negativ auffällt, ist der Umgang mit Müll!!! Selbst an diesem naturbelassenen, paradiesischen Ort, wo es wirklich an jeder Ecke kleine Mülleimer gibt, schmeißen die Leute ungeniert ihre leeren Plastikflaschen, Zigaretten und Verpackungen an den Wegesrand oder in den Bach des Wasserfalls….Vor allem zwischen 11:00 Uhr 17:00 Uhr, wenn die vielen Boote anlegten und die Touristen auf die Insel strömten, um sie nach kurzer Zeit wieder zu verlassen, ist der Zeitraum, in dem der meiste Müll in der Natur landet. Und auch das Aufsammeln von Müll, der einem ins Auge fällt, finde ich eine Selbstverständlichkeit.

Touris in Butterfly Valley

Zum Punkt „andere Gäste“, kann ich sagen, dass sich mich sehr über die Bekanntschaft von Marta und Wolfgang aus Deutschland freute, die sich zu einer mehrmonatigen Fahrradtour aufgemacht hatten…Sehr interessante Geschichte und Länder…vor allem die Geschichten über den Iran haben einen anderen Blickwinkel auf dieses Land eröffnet. Auch die Gespräche über Minimalismus, Status, Lebensstandard, Einkommen und alternative „Systeme“ waren sehr interessant und erfrischend. Viel Spaß beim Radeln und kommt gut Heim. 🙂

Einen ganz großen Dank auch an Salkynai, Damilia und Hassan, die mich in ihrer Familie wie einen Sohn aufgenommen haben und mich den Tag über mit Mahlzeiten, Getränken und Gesprächen versorgten. 🙂 Vielen Dank für die Übersetzung und den neuen Eintrag! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft!!! Die Tour mit dem Speedboot am letzten Tag hat mir sehr viel Spaß gemacht 🙂 Das Highlight dabei war das Schwimmen in der Höhle 🙂 Ich hoffe, dass ich wiederkomme und nächstes mal länger bleibe.

Familie Butterfly Valley

Ein weiteres Highlight war das Schlafen am Strand, dass ich mir vorgenommen und immer wieder aufgeschoben hatte. Ich schaffte es allerdings die letzten beiden Tage meine ISO Matte, Kissen und (dünne) Decke an den Strand zu tragen und die Nacht darauf zu verbringen. Eine schöne Erfahrung, wenn man unter dem Sternenhimmel, durch das Rauschen der Wellen einschläft…und am nächsten Morgen zwei kleine Hundewelpen neben einem warten, um zu spielen 😀

 

Fazit:

Ich wollte zuerst gar nicht hierherkommen….dachte mir es wäre zu viel Stress erst den einen Minibus dann den anderen Minibus und dann noch die Fähre zu nehmen!!!

ABER ES HAT SICH GELOHNT!!!

Butterfly Valley Schild

Ich kann jedem der einmal das Paradies sehen möchte nur empfehlen ins Butterfly Valley zu kommen…aber beeilt euch denn das ganze Gelände soll verkauft werden..und wer weiß, wie lange es dauert bis Hotels dieses schöne Fleckchen Erde verschandeln. Ich hoffe es zumindest nicht und werde wiederkommen!!!! Vielleicht hat ja jemand ein wenig Kleingeld über, um das alles zu bewahren.

Für mich der bisher schönste Ort auf meiner Reise.

Bisher waren es die Orte die durch Natur, Einfachheit und gleich gesinnten Menschen geprägt waren die, die ich am schönsten fand. Die gruseligen Orte, die aus Touristenscharen bestehen, waren doch eher abschreckend.

Stonehouse Butterfly Valley2 Ausblick Butterfly Valley

Ich will gerne einige der positiven Erfahrungen in mein eigenes Leben (wenn nicht schon geschehen) integrieren und weitergeben. In diesem Zuge möchte ich mich auch bei meiner Familie und speziell bei meinen Eltern bedanken die mir immer die Natur, Einfachheit aber auch die Wärme, die ich jetzt weitergeben kann und die meiner Meinung nach dafür verantwortlich ist, dass die meisten Menschen so nett zu mir sind, vermittelt haben. Danke das ihr euch solche Mühe mit mir gegeben habt 🙂

Ich denke das ist ein gutes Schlusswort und ich mach mich jetzt auf zu meinem nächsten Ziel. Tschüß du schönes Valley

P.S.: Mir wurde schon wieder gesagt, dass ich aussehe wie James Franco!

 

Kuriositäten

Zwei Bücher, die ich in der Bücherei gefunden habe 🙂

Ihr Job in Atlantis Gutes Benehmen ist immer modern

8 thoughts on “Butterfly Valley”

  1. Hallo Christian,

    ich bin nach wie vor neidisch auf dich.
    Kann mir gut vorstellen, das weniger mehr ist, und so eine Sehnsucht in vielen von uns schlummert.

    Dir alle Gute für deine weitere Reise…

    Liebe Grüße auch von Inga und den Kids…

    PS: Ich dachte du hättest Ähnlichkeit mit einem Olaf…hrhrhr

    1. Danke für die Worte. Ich freu mich immer über Nachrichten 🙂 Schöne Grüße zurück und wenn ich mal wieder eine bessere Internetanbindung habe müssen wir mal skypen.

      Ich kenn keinen Olaf 😀

  2. Christian 🙂 Wie schön, was du alles erlebst! Wirklich toll! Voll lustig…den Geisterjäger John Sinclair habe ich genau mit der Atlantis-Geschichte neulich als Hörspiel gehört! 😀 Viel Spaß beim Lesen! Und ich wünsche dir noch eine ganz tolle Zeit und viele weitere Erlebnisse!

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