Düsseldorf Sunshine

Ich war noch nie wirklich im Rheinland unterwegs und weil ich diese Tatsache endlich ändern wollte, ging es im März für einen Monat in die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen.

Wie auch schon in Leipzig habe ich mir für Düsseldorf einen Monat lang eine Wohnung über Airbnb gemietet. Bei der Wahl des Standorts hab ich darauf geachtet so dicht wie möglich am Rhein zu sein und bin mit dieser Strategie im wunderschönen Stadtteil „Flingern-Nord“ gelandet.

Zeitwohnen Düsseldorf schreibt dazu auf ihrer Homepage:

Flingern-Nord ist der größere Stadtteil und besitzt nette Altbauwohnungen, was sehr zu dessen Attraktivität beiträgt. So ist Flingern-Nord prädestiniert für Singles sowie jüngere Semester. Es gibt jede Menge Kneipen im Stadtteil und eine junge Lokal-Szene. Daneben sind hier auch Ateliers und Galerien vertreten, was auch junges Publikum anzieht. Die Hinterhöfe in Flingern-Nord sind überaus adrett und zählen zu den besten in Düsseldorf. Flingern-Nord ist ein hipper und trendiger Stadtteil für die Jungen und Junggebliebenen. Hier ist aber auch eine Müllverbrennungsanlage sowie ein Recyclinghof vertreten, was sich vom jugendlichen Charakter des Viertels dann eher abhebt.

http://www.zeitwohnen-düsseldorf.de/flingern-nord.html

Ok 😀 Von der Müllverbrennungsanlage und dem Recyclinghof habe ich zwar nichts mitbekommen, aber dem restlichen Artikel würde ich so zustimmen. 😊

Kaum angekommen habe ich mich allerdings nicht meinem eigenen Stadtteil gewidmet, sondern bin als erstes ganz euphorisiert durch die Innenstadt zum Rhein geradelt, hab mein Fahrrad abgestellt und durfte die entspannte Wirkung des Rheins genießen. Den ganzen Monat über hat der Rhein eine besondere Anziehung auf mich gehabt und hab ihm wieder gern einen Besuch abgestattet. 🙂


Weil es aber doch so langsam dunkel wurde bin ich zeitnah aufgebrochen, um zurück zur Wohnung zu radeln, hab aber noch einen kleiner Schlenker durch die Stadt gemacht bevor ich auf meine viel zu weiche Matratze eingeschlafen bin. 🙂

Aufgrund des guten Wetters widmete ich mich in der nächsten Woche mit der Erkundung der Düsseldorfer Grünanlagen 😊 Als Erstes radelte ich in den Nordpark, um im „japanischen Garten“ zu entspannen. Warum es gerade in Düsseldorf einen japanischen Garten gibt, erkläre ich später. 🙂


Am nächsten Tag stand der botanische Garten im Düsseldorfer Süden auf dem Programm. Die Radtour war mit 45 min doch etwas länger als gedacht, aber ich hab mich das ein oder andere Mal verfahren 😀 Es hat sich aber in jedem Fall gelohnt, denn hier wurde mit viel Liebe zum Details gearbeitet, um die einzelnen Weltregionen von Alpen bis Asien abzubilden.

https://staudensterne.de/

Nachdem aber die Sonne viel zu früh untergegangen war, sparte ich mir die Fahrradtour und nutze die öffentlichen Verkehrsmittel. 😊


Den wunderschönen Sonnenuntergang genoss ich auf meinem neuen Balkon. 🙂


Am nächsten Nachmittag schnappte ich mir wieder ein Fahrrad und fuhr zum Medienhafen, der von der Stadt Düsseldorf folgendermaßen beschrieben wird:

Wo früher Silos und Lagerhallen die Skyline des Hafengebiets prägten, stehen heute von national und international renommierten Architekten erbaute Gebäudekomplexe. Der Medienhafen beherbergt zahlreiche Unternehmen vor allem aus Medien und Kommunikation, Mode und Architektur sowie Kunst und Kultur. Seinen besonderen Charme verdankt der Hafen der Mischung aus „neu und alt“: Die alten Kaimauern, Treppenanlagen und die Gleisanlagen der alten Ladestraße sind noch erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz

https://www.duesseldorf.de/touristik/entdecken/medien.html


Ich selbst fand den Medienhafen ganz nett, aber hatte jetzt keinen Grund ein zweites Mal vorbeizuschauen 😊 Sehr schön war aber die Tatsache, dass es hinter dem Medienhafen einen kleinen sandigen Abschnitt am Wasser gab, den die Düsseldorfer liebevoll „Paradiesstrand“ getauft haben. Viel war noch nicht los an diesem etwas frischen Tag, aber wenn man die Augen schließt, einem die Sonne ins Gesicht scheint und man dem Rauschen des Wassers lauscht, ist man kurz im Urlaub bzw. Paradies. 😊


Nach dem Kurzurlaub gings wieder nach Hause, ließ den Abend vor dem Fernsehen mit Sean Connery als James Bond ausklingen.

Weil die Beine am nächsten Tag eine kleine Pause brauchten war ich mit der S-Bahn unterwegs, und zwar ging es Düsseldorfs ältesten Standteil, Kaiserswerth oder von mir auch „Harry Potter Hausen“ genannt. Ich bin nicht so im J.K. Rowling Game, aber wenn ich mir die Welt von Harry Potter vorstellen müsste, sehe sie so aus. 😀


Endlich Wochenende und jeden Samstag zwischen 10-17 Uhr soll ein vietnamesischer Streetfoodmarkt im asiatischen Großhandel Kim Phi stattfinden. Zumindest hatte ich davon gelesen und um mich selbst davon zu überzeugen, suchte ich Kim Phi auf. Was soll ich sagen! ICH BIN BEGEISTERT. Streetfoodmarkt ist zwar etwas übertrieben, denn es gab nur zwei Stände, aber die Auswahl reicht vollkommen. Am Ende meines Monats war ich viermal hier und der Inhaber des Ladens begrüßte mich schon mit Handschlag 😀


Empfehlen kann ich den Zuckerrohrsaft, der frisch aus der Pflanze gepresst wird und gar nicht so süß schmeckt wie man denkt, sondern eher erfrischend.


Bei den Speisen weiß ich gar nicht sooo genau was ich gegessen habe, aber es schmeckte alles köstlich. 😊

So gestärkt ging es an diesem sonnigen Samstag zur Kiefernstraße in Flingern-Süd, eine durch ihre links-alternative Hausbesetzerszene bekannt gewordene Wohnstraße,die sich selbst auf folgender Internetseite präsentiert.

https://kiefern.org/


Die Welt titelte am 31.05.2006 zu dem Thema folgende Schlagzeile:

Es gibt in Düsseldorf zwei über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Straßen. Die eine ist die Einkaufsmeile Königsallee, auf der sich die Stadt von der wohlhabenen Seite zeigt.

Die andere ist die Kiefernstraße in Flingern

https://kiefern.org/

Was natürlich sofort auffällt, sind die bunten Häuserwände, aber auch der Vibe in der Straße ist ein ganz besonderer.


Man merkt sofort, dass hier die Sehnsucht nach einem entspannteren Leben stattfindet und wer mehr zur Kiefernstraße erfahren möchten, kann sich die kurze Doku anschauen. 😊

https://www.youtube.com/watch?v=FynNhupRIAU

Und weil ich die Königsallee schon angesprochen habe, führt der nächste Stopp auch dorthin.

Auch diese Straße hat eine eigene Internetseite, auf der der Fokus etwas mehr auf den Konsum gelegt wird. 😊 Das zeichnet die Kö aber auch aus und ist meiner Meinung nach völlig ok.

https://koenigsallee-duesseldorf.de/

Die Luxusmarken der Modekonzerne reihen sich in der Königsallee wie Perlenketten aneinander, um die internationalen Kunden in coronakonformen Schlangen vor den Ladentüren zu empfangen. Auf der Straße selbst sieht man vor allem am Wochenende die neusten Modelle von Ferrari, Lamborghini und Porsche. Es ist schon ein amüsantes Spektakel, das hier am Wochenende stattfindet. 🙂

Ein weiteres Viertel, das es so nur einmal in Deutschland gibt, ist der Stadtteil „Little Tokyo“, denn mit 8.400 Japanern ist Düsseldorf die größte japanische Community Deutschlands, was auch der Grund für den japanischen Garten ist . 🙂 Und weil man eine Kultur am besten beim Essen kennenlernt, war ich in einem der vielen japanischen Restaurants, um eine vorzügliche Ramensuppe zu genießen. 😊 (heute ohne Foto)

Kulinarisch ist Düsseldorf sowieso eine Weltreise, auf die ich mich gern begeben habe. 🙂

Äthiopisch – Restaurant Okra
Chinesisch – Restaurant Rote Laterne
Libanesischer Löwenzahsalat (Hindebe), Labneh und arabisches Brot

Türkisches Gebäck und schwarzer Tee


Weil Düsseldorf aber auch sehr bekannt für die große Kunst und Kulturszene, durfte natürlich auch ein Ausflug ins Museum nicht fehlen.

Ich hatte von Tomás Saraceno – in orbit gehört, einer Ausstellung im K21 bei der man Wanderschuhe tragen muss um das Kunstwerk zu erklettern. 😊 Klingt spannend, da bin ich dabei 😊

Nachdem ich mit dem Fahrrad zum Gebäude des K21 geradelt war und die heiligen Hallen betreten hatte, sah ich die Installation schon über mir und mein Magen begann sich langsam bemerkbar zu machen 😀


Ich war allerdings positiv aufgeregt und sprintete die Treppenstufen bis ins 4.OG, um in den speziellen Overall zu schlüpfen und den Instruktionen der Dame zu lauschen.

  • Nicht zu dicht an die Ventilatoren gehen
  • Nicht zu dicht an die Notausgänge gehen
  • Keine Schläuche lösen

Das schaffe ich 🙂

Nachdem ich ein paar Treppenstufen auf einer Art Baugerüst gegangen war, führte der Weg auf das Netz, dessen Besonderheit war, dass es mitschwang, sobald sich eine andere Person bewegte. Damit sollte die Gesellschaft abgebildet werden und dass jede Handlung eine Auswirkung auf das Große-Ganze hat. Eine Art Butterfly Effect.

Da mit mir allerdings nur noch ein anderes Pärchen auf dem Netz war, hielten sich die Schwingungen in Grenzen. 🙂 Es war trotzdem eine spannende Erfahrung und schüttete in mir verschiedene Hormone aus. Von Adrenalin bis Serotonin war alles dabei. 😀

Für mich war es eine einmalige Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Geht ins K21, wenn ihr in Düsseldorf seid. 🙂


Am Wochenende bekam ich Besuch von meinem besten Kumpel und wir starteten Donnerstag mit einer Verkostung des weltbekannten Düsseldorfer Altbiers. Ganz vorn dabei waren das Lokal „Kürzer“ und das „Schuhmacher“, aber überrascht waren wir über die doch sehr vollen Gassen an einem Donnerstagabend. Als Absacker gabs noch einen Killepitsch im Et Kabüffke und so gestärkt gings ins Bett, um den nächsten Tag durchzustarten.


Um durchzustarten braucht man aber erstmal etwas Energie im Körper und die holten wir uns im Café Hüftgold, das ich noch nie leer gesehen hab. Hier trifft sich der komplette Stadtteil zu leckeren Kaffee und Kuchen bzw. Bagel, die wir uns geholt haben. Als Dessert noch ein Eis bei „Nordmanns“, der für mich besten Eisdiele Düsseldorfs und dann kann das Wochenende beginnen. 😊

So ging es bei bestem Wetter zum Rhein und dort an den beiden Stadtstränden, um die Sonne zu genießen und es sich gut gehen zu lassen.


Der Abend war etwas entspannter, um den nächsten Tag fit zu sein für eine Fahrzeugausstellung. Ich hatte von der Classic-Remise in einem Reiseblog gelesen und gedacht, dass es sich um einen Geheimtipp handelt. Falsch gedacht…Platz 1 auf Tripadvisor  😀

Ein umgebauter Lokbahnhof dient als gigantische Garage für zahlreiche Old und Youngtimer. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und wer sich auch nur im Ansatz für Autos interessiert, sollte die Classic-Remise besuchen. Der Eintritt ist kostenlos.


Von der Lokhalle ging es weiter in Deutschlands größten Skatepark, in dem ich mich wieder wie 13 fühlen durfte 😀
Selbst gefahren bin ich zwar nicht, aber zuschauen und zu philosophieren hat mir schon gereicht, um mich wie Tony Hawk zu fühlen. 😀

Video -> https://youtube.com/shorts/CyyxTpRlcK4

Nach so viel Action gings zur Stärkung in die Innenstadt, die gerappelt voll war. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel Menschen gesehen hab. Gefühlt war komplett NRW in der Düsseldorfer Innenstadt unterwegs. Ich brauchte trotzdem langsam etwas zu Essen bevor ich hangry und auch wenn ich kein großer Fan von Systemgastronomie und seelenlosen Ketten bin, haben mich die Burger bei „Five Guys“ überzeugt. Daumen hoch!

Den Abend ließen wir in eine der unzähligen Kneipen ausklingen und am nächsten Morgen verabschiedete ich meinen Kumpel.

Weil sich das Wetter am nächsten Tag nicht grad von seiner Schokoladenseite zeigte, beschloss ich Tasche zu packen, um ein paar Bahnen in der schwimmen zu gehen. In meiner Nähe gabs das Spaßbad Düsselstrand und die altehrwürdige Münster-Therme, für die ich mich schlussendlich auch entschied. Mit Regenschirm und Rucksack spazierte ich los und erreichte nach ca. 30 min das besagte Gebäude.


Der Empfang war überaus freundlich und erklärte mir, dass das hier kein Schwimmbad zum „Bahnen ziehen“ ist. Trotzdem wollte ich aber ins Wasser. 😀 Das Besondere in der Münster Therme sind die Umkleiden, die direkt neben dem Becken stehen und jedem Gast zugeschlüsselt sind. Ich bekam also meine eigene Kabine bis zum Ende meines Besuchs. Das Wasser war super warm und ich zog trotzdem meine Bahnen so gut es ging, aber war immer wieder abgelenkt von der architektonischen Schönheit des Gebäudes.

http://Von Chatchamp – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25971780

Nach ein paar Bahnen ging ich noch in das Solebad, das im Außenbereich stand, um im Salzwasser zu treiben. 😊
So lässt es sich leben 😀

In der letzten Woche meines Düsseldorf Besuchs schaute ich mir Oberkassel an oder wie ich sage Beverly Hills, das auf der anderen Seite des Rheins liegt und sich anfühlt wie eine Kleinstadt. Alles ist sauber und gepflegt, es gibt viele inhabergeführte Geschäfte und das Rheinufer lädt zum Spaziergang ein.


Auch hier gibt es eine japanische Community mit einem eigenen Kindergarten und dem EKŌ-Haus der Japanischen Kultur e.V.

Das Gelände ist öffentlich zugänglich, allerdings war der buddhistische Tempel aufgrund von Bauarbeiten geschlossen. Trotzdem ist es ein schönes Gelände, bei der auch wieder mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde.


Zum Schluss möchte ich noch meinen Nachbarn vorstellen, der den Monat an meiner Seite war. Ehrlicherweise war es eher eine Zweckbeziehung, weil er doch eher am Futter als an mir selbst interessiert war 😉

Video -> https://youtube.com/shorts/T-HgZ3mBxVg

Fazit: Mir ist aufgefallen das ich gar keine Fotos von der Wohnung gemacht habe 😀 Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn die war eher funktional 🙂

Es soll ja auch nicht um die Wohnung gehen, sondern um den Monat in Düsseldorf und der war ausgesprochen abwechslungsreich, sonnig und schön.

In Düsseldorf ist für jeden etwas dabei und was dabei ganz besonders auffällt ist die Freundlichkeit der Rheinländer. ALLE sind ausnahmslos nett zu mir gewesen und hatten immer ein paar Minuten für nen Schnack.

In diesem Sinne „Auf Wiedersehen“ oder auf japanisch „Sayonara„. 🙂

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