Fethiye

Auf gehts nach Fethiye…von dem Ort habe ich das erste Mal auf der Farm gehört….und seitdem nur Gutes gehört…Also hab ich mich dazu entschieden Fethiye zu besuchen….

So langsam bin ich ein richtiger Minibusexperte und bin deshalb auch ganz unkompliziert von Bodrum nach Fethiye gekommen…Die Beschreibung des Vermieters war so gut, dass mich der Busfahrer sogar vor der richtigen Tür absetzte…das war schon mal ein gelungener Start….Ich öffnete also wie beschrieben die große Eisentür, die einen Weg in eine grüne Oase öffnete….dort wurde ich auch schon erwartet und herzlich empfangen…Ein belgisches Ehepaar winkte mir aus dem Pool zu und die Vermieterin zeigte mir so gleich mein Zimmer… Hier hab ich sofort das Gefühl in eine liebenswerte Familie gekommen zu sein. Auch das Haus und der Garten sprechen für sich und ein weiterer Pluspunkt ist der hauseigene Pool 🙂

Pool Fethiye2 Pool Fethiye Schlafzimmer Fethiye Bad Fethiye Küche

Als ich mich eingerichtet hatte, saß ich auch sogleich am gechlorten Wasser um ein Schwätzchen mit den Belgiern zu halten..:Sie kommen seit 27 Jahren hierher und kennen sich aus 🙂 Also konnte ich natürlich auch sogleich ein paar Tipps, was die Freizeitgestaltung angeht, absahnen. Wo ist der Strand? Welche Ausflugsorte sollte man besuchen? Wo ist der nächste Supermarkt?

Die Sache mit dem Strand ging ich den nächsten Tag an und siehe da….nach 30 min Fußmarsch waren meine Füße auch schon im warmen Wasser des „Golfs von Fethiye“. Der Strand selbst ist gesäumt von einer Promenade, die sehr touristisch erscheint….Restaurants mit „British Breakfast“, Boxautomaten, Tattoo- und Souvenirshops…Das Ganze erinnert mich an meine Ungarnurlaube in den 90igern…aber nun gut…jetzt bin ich hier und werde mich dem Touriprogramm wohl oder übel auch ein wenig öffnen müssen. Das ist auch nötig nach der Farmarbeit 😀

Die Belgier vom Vorabend traf ich zufällig am Strand und wir nutzen auch gleich die Zeit, um auf die Rentensysteme unserer beiden Länder zu schimpfen…ein gemeinsamer Feind verbindet eben. 🙂 Das ging noch eine ganze Weile so, bis ich dann doch in den nassen Wellen verschwand und anschließend einige Köstlichkeiten aus dem nahegelegenen Supermarkt erstehen konnte. Denn ich hatte mir vorgenommen die nächsten Tage mal wieder selbst zu kochen. Zum Abendbrot gab es also Bratkartoffeln!!!! Und die schmeckten soooo gut!!! Ob es daran liegt, dass ich sie lange nicht mehr gegessen hatte oder irgendwas anderes verantwortlich dafür war, weiß ich allerdings nicht 😀

Bratkartoffeln

Der nächste Tag startete ich mit einem Ausflug in die Geisterstadt „Kayaköy“.

Kayaköy Kayaköy Selfi
Kayaköy3

Die ehemaligen bis zu 25.000 griechischen Bewohner von Levissi wurden in Erfüllung des Vertrags von Lausanne vertrieben.[1] Von den ehemals 3.500 Häusern sind nur noch 500 übrig geblieben[2], die allerdings eine beeindruckende Kulisse abgeben. Der Ort war an diesem Tag kaum besucht und es herrschte eine wunderbare Stille, die den ganzen Moment noch intensivierte. Beim Erkunden der Ruinen kommt man sich schon wie Indiana Jones vor und so fand ich auch einen Wanderweg (6km) nach Ölüdeniz (den Ort wollte ich mir eigentlich für später aufheben…aber wenn ich schon mal da bin). Der Weg ist ein Teilabschnitt des lykischen Pfads, einer 509km langen Pilgerstrecke von Kayaköy nach Antalya[3]. Gekennzeichnet mit roten oder rot/gelben Kennzeichnungen am Wegesrand sollte es kein Problem sein auf dem Pfad zu bleiben…klingt erst mal ganz harmlos…Wenn man aber so wie ich einige Male irgendwo zwischen den Felsen hängt und weit und breit keine Markierungen findet, bekommt man doch ein wenig Angst….

Wanderweg

Es hat am Ende aber doch alles geklappt und der Pfad selbst führt an der wunderschönen Küste entlang.

Blick vom lykischen Weg Blick vom lykischen Weg 2

Im Gegensatz zu anderen, vor allem europäischen Pilgerpfaden[4] ist dieser sehr verlassen. Ich habe auf der ganzen Strecke nur ein anderes Paar gesehen…Um das alles noch einmal in bewegten Bildern wiederzugeben habe ich meinen Selfie Stick genutzt 🙂

Und wie gesagt…am Ende der Strecke erwartet mich wirklich ein Strand, und zwar der von Ölüdeniz, über den ich auch nur gutes gehört habe. Bevor ich den Strand sehen konnte, hörte ich in allerdings bzw. die Menschen, die sich an ihm tummelten. Eine Strandbar nach der nächsten buhlte um die Kunden und so verlor ich schnell das Interesse und verweilte dort nur kurz. Schöner als die Beach Clubs war der Naturstrand…nur gut das ich immer eine Badehose trage 😀 Ziemlich steinig aber dafür mit türkisblauem Wasser habe ich den Tag ausklingen lassen und sogar eine riesige Wasserschildkröte zu Gesicht bekommen. (Leider war ich zu langsam für ein Foto…bzw. habe auch irgendwie vergessen :D)

Strand Ölüdeniz

Bekannt ist dieser Strand auch für die zahlreicher Paraglider, die man bei ihren Kunststücken beobachten konnte…Ich hatte mir ja auch vorgenommen das Ganze auszuprobieren hab mich aber doch aus finanziellen Gründen dagegen entschieden und durch eine Heißluftballonfahrt in Kapadokien ersetzt.

Um wieder auf meine „Diese-Woche-koche-ich-selber-Challange“ zurückzukommen…Heute gibt es Bulgur-Salat 🙂 Schmeckt, wie es aussieht.

Bulgur Salat

Weil ich ein Mensch bin, der ein wenig Routine braucht startete ich den Tag mal wieder am Strand, um mich im Wasser fit zu halten. Morgens geht das auch noch, weil die Sonne erst gegen Mittag das Wasser zum Kochen bringt. Um das angekündigte Touriprogramm zu starten, steuerte ich einen Stand an der vermuten ließ, dass man dort organisierte Touren buchen kann….Weit und breit allerdings kein Verkäufer…scheinen Spätaufstehen zu sein….Nach kurzer Zeit kam aber ein Lehrerpaar das mir bei einem Tee berichtete, was ich denn buchen sollte und mir auch einige Fotos der letzten Male zeigte. Ich prüfte noch einmal die Preise für Paragliding und buchte dann die Jeep Safari, die am nächsten Tag stattfand…

Um der brütenden Mittagssonne zu entkommen, floh ich in den Garten um meinen Blog zu pflegen…so einfach kommt man aber den Vermietern nicht davon, wenn man hier so rumsitzt….Mir wurde sogleich ein frisch gepresster Mandarinensaft aus dem eigenen Garten serviert und ein Platz am Mittagstisch eingerichtet. Außerdem bekam ich eine Führung, bei der mir erklärte wurde, welche Pflanzen denn selbst angebaut werden. (Feigen, Oliven, Pfirsiche, Tomaten, Gurken, Chilis und Pampelmusen)

Pampelmuse

Und zu guter Letzt wurde ich noch zum Abendessen eingeladen! Und es war mal wieder wunderschön gemeinsam zu speisen. Vorher musste aber der „Grill“ befeuert und das Gemüse geschnippelt werden. Als dann alles fertig war gabs Bratkartoffeln mit Zwiebeln, gegrilltes Aubergine mit Knoblauch und Zitrone, gegrillte Forelle, Tomaten/Gurken Salat und meinen Bulgur Salat, der allen geschmeckt hat 🙂 Als Deutscher ein türkisches Gericht zu zaubern und dann noch von den Einheimischen gelobt zu werden tut doch sehr gut 🙂 Es wurde viel gelacht, gegessen und auch die neuen Gäste (ein Paar aus London) wurde gleich dazugeholt um den Abend entspannt ausklingen zu lassen.

Vorbereitungen auf das Abendessen Vorbereitungen auf das Abendessen2 Draussen kochen

 

Eine Spezialität, die ich nochmal extra erwähnen möchte und auch beim Grillen serviert wurde ist „Cig Köfte“. Das sind kräftig gewürzte Hackfleischbällchen….die es allerdings auch, wie hier zu sehen, in einer fleischlosen Variante gibt. (Das muss zu Hause nachgebaut werden) So lecker!!!!

Cig Köfte

Die angekündigte Jeep Tour, auf die ich mich wirklich freute, fand am Montag statt. Allerdings sollte das Ganze kein Vergnügen werden (zumindest empfand ich das so). Wie besprochen wurde ich an der Ecke vom voll besetzten Jeep abgeholt und schon saß ich zwischen zwei türkischen Paaren und zwei großen britischen Familien. Als es dann zum Auftanken der Fahrzeuge ging, sah ich auch die restlichen Begleiter_innen. Insgesamt waren es ca. 100 Personen (80% Briten, 19% Türken, 1% Deutsche).

Jeeps

Bei der Buchung der Tour hatte mir der Promoter irgendwas von Wasserpistolen erzählt….Das sah so aus, dass pro Jeep ca. 5 Wasserpistolen verteilt wurden und mehrere Behälter mit Wasser gefüllt wurden…Ist ja auch ne Zeit lang ganz witzig sich mit den anderen Teilnehmern eine Wasserschlacht zu liefern….aber nach 5 Stunden im klitschnassen T-Shirt zwischen den johlenden Halbstarken und spätpubertären Eltern verging mir alles.

Zusätzlich wurden wir von A nach B gekarrt, von einem Animateur im „Captain Jack Sparrow“ Outfit bei Laune gehalten und in einem Tempo durch die „Sehenswürdigkeiten“ geschliffen, dass einem schwindelig wurde. Die erste Station war ein Park, der mit kleinen Wegen und Bächen gesäumt war und zusätzlich ein Restaurant und Hotel ist. Das Highlight war ein Pool gefüllt mit Quellwasser in dem man ausharren konnte, um nach 5 Minuten ein Freigetränk und nach 10 Minuten einen Pfannkuchen zu erhalten.

Eiswasser

Mein Grund für die Jeep Tour war aber die angekündigte Wanderung im Saklikent Canyon….der allerdings so überfüllt von Touristen war, dass die Zeit leider nicht gereicht hat, um einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Canyon

Das Beste an der Tour war noch das Mittagessen, das im Kantinenstil durchgezogen wurde (Anders wahrscheinlich auch kaum machbar). Die letzte Station war dann ein mit Wunderschlamm gefüllte Tümpel, der wohl Photoshopqualitäten besitzen soll….(siehe Fotos). Ich war auf jeden Fall froh, als ich wieder an der Stelle rausgeschmissen wurde an der ich morgens eingestiegen bin.

Matschbad

Zwischen all den Tagen gab es auch einen an dem ich nur organisatorische Tätigkeiten erledigt habe. Herausgekommen ist dabei ein Busticket von Fethiye nach Cappadocia. Ich freue mich riesig diese Landschaft zu sehen und vielleicht auch von einem Heißluftballon aus, die Gesteinsformationen zu bestaunen. Aber bis dahin muss ich erst mal die 12 stündige Busfahrt überstehen…

Metro nach Kappadokien

Und DAVOR bin ich auch noch 4 Tage an der „Schmetterlingsbucht“ bzw. „Butterfly Valley“ von dem mein nächster Artikel handelt wird 🙂

Meinen letzten Tag verbrachte ich noch mal ganz entspannt am Strand und machte mir nebenbei Gedanken wie die Reise weitergehen soll, was ich bisher mitgenommen habe, was ich noch sehen und lernen möchte, was mir wichtig ist, was ich in Zukunft möchte.

Vielleicht sind das auch Themen, die ich hier im Blog mal poste.

Sand und Stein

Und wieder steht ein Abschied von sehr netten Menschen an, die ich in kurzer Zeit schätzen gelernt habe. Danke für die Gastfreundschaft und die schöne Zeit bei euch!!!

Apartment in Fethiye2Apartment in Fethiye

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kayaköy

[2] http://www.anatolienmagazin.de/?p=2329

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Lykischer_Weg

[4] http://www.zeit.de/reisen/2014-04/tuerkei-antalya-lykischer-pfad

3 thoughts on “Fethiye”

  1. „Ich kenne sonst nur die Wanderwege im Harz, und die sind in der Regel gut in Schuss…“ x)
    Schön, dass du mal rauskommst.. 😉

    Das liest sich super interessant und sieht sehr köstlich aus.
    Weiter so und viel Spass!

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