Izmir & Cesme – Am Ende wird alles gut

Nach einer neunstündigen Busfahrt ohne größere Auffälligkeiten stehe ich nun also am Busbahnhof von Izmir, weit außerhalb des Stadtkerns…Der erhoffte Job und das Couchsurfing Sofa sollten nicht sein und somit habe ich noch keine Ahnung, wo ich heute Abend schlafen werde.

Als ich den Busfahrer versuchte zu fragen, wie ich denn nun am besten in die Stadt komme, sprach mich ein junger Türke namens „Can“ an. Denn auch er ist für mehrere Tage in der Stadt und verbringt seine Zeit in einem Hostel, in dem ich anschließend auf blauen Dunst frage, ob ein Bett für 4 Nächte frei wäre…Ja es gibt eins…in einem 10 Bett Zimmer für 10€ die Nacht. Na dann…auf gehts ins Hostelleben.

Die erste Nacht war nicht sonderlich berauschend…aber immerhin war das Bett ganz ok.

Nachdem der nächste Tag angebrochen war, versuchte ich erst mal die Probleme an meinem Blog zu beheben, was nicht so recht klappen wollte und ich wohl erst mal aussitze, bis ich einen weiteren Artikel geschrieben habe, um die Tests fortzuführen. Außerdem möchte ich mich für das viele positive Feedback bedanken, das ich vernommen habe 🙂 Es freut mich, wenn ich Menschen zu begeistern kann meine Texte zu lesen.

Es ist zu meinem morgendlichen Ritual geworden das Ich mir jeden Morgen zum Frühstück ein „Simit“ (Sesamkringel) kaufe, um den Tag zu beginnen. Mir schmeckt das Gebäck sehr und es gibt mir einen gewissen „Rhythmus“ 🙂 Danach konnte ich im Supermarkt eine Wassermelone ergattern, die ich fachgerecht im Kühlschrank des Hostels verstaute (Dazu später mehr).

Den Rest des Tages erkundete ich mit Can die drittgrößte Stadt der Türkei, Izmir. In der brütenden Sommerhitze lief es sich besonders gut an Häuserwänden, die Schatten warfen oder unten den Bäumen der vielen grünen Parks. Can selbst ist ein 30 jähriger Unternehmer und reist durch sein Heimatland um neue Energie zu sammeln. Vor einem Jahr hatte er noch 108 kg gewogen die er innerhalb der letzten zwölf Monate auf 70kg reduzieren konnte….und das Ganze wohl allein dadurch, dass er jeden Tag ca. 15.000 Schritte geht, die er mit einer APP aufzeichnet. Respekt dafür! Im Gegenzug hat er aber auch das Rauchen angefangen, das ich an jeder Ecke spüren durfte und auch meine jungfräuliche Nichtraucherlunge freut. Nach der Reise muss ich auf jeden Fall auf kalten Entzug gesetzt werden 😀

Izmir Palmen in Izmir2

Während eines Rundgangs über den Basar meldeten sich unsere Mägen und so gingen wir in ein nahe gelegenes Restaurant, in dem mir eine traditionelle türkische Speise serviert wurde die wohl eigentlich zum Frühstück serviert wird. Macht aber nichts, schmeckt auch am späten Nachmittag 🙂

 

Mittag

Während des Essens kamen wir auch auf den Küstenort „Cesme“ zu sprechen und schmiedeten Pläne am nächsten Tag dort hinzufahren. Dass Gute dabei ist, dass Can einen Freund namens „Mert“ kennt der ein Ferienhaus in Cesme besitzt und sich dort dementsprechend auskennt…. Ich war auf jeden Fall gespannt auf Cesme, weil ich nur Gutes gehört hatte.

Das der Abend an diesem Tag noch sehr stressig werden würde hatte ich so nicht erwartet aber Can und ich kamen auf die glorreiche Idee zwei Fahrräder, die an verschiedenen Stationen in der Stadt zu Verfügung stehen, zu mieten, um durch die vielen Menschenmassen zu fahren, die sich um diese Zeit am Ufer versammelten. Dass wir aber erst nach zweistündiger Suche im Mondlicht, fündig wurden, ließ die Motivation nun nicht unbedingt in die Höhe schnellen. Dazu kam noch, dass Can´s Exfreundin mit ihrem neuen Freund in der Stadt war…weil Can´s Englisch jetzt auch nicht unbedingt das Beste ist hab ich nicht so ganz verstanden, warum wir den beiden jetzt mit dem Fahrrad hinterherfuhren. Als die beiden sich dann trennten, wollte Can den „Neuen“ zur Rede stellen….Der hatte darauf wohl weniger Lust und so kam es zu einer kleinen „Verfolgungsjagd“. Weil mir das alles ein bisschen zu blöd war, blieb ich eher im Hintergrund aber versuchte dran zu bleiben, um nicht die Orientierung zu verlieren. Irgendwann haben sich die beiden dann unterhalten..:Can zeigte ihm eine SMS seiner Ex und die Sache war durch….Ich lag dann um 01:00 Uhr im Bett. Gute Nacht!

PS: An diesem Tag stellten Can und Ich einen persönlichen Rekord in Bezug auf die gegangenen Schritte auf…….40.000!!!!! an der Zahl und somit 32 km!!! Das musste noch gesagt werden 🙂

Die Nacht zeichnete sich dadurch aus, dass immer wieder Menschen ins Zimmer eintrudelten und ein Baumfällwettbewerb in verschiedenen Tonlagen abgehalten wurde. Auch die kolumbianische Dame, die ich mitten in Nacht beobachten konnte, wie sie langsam durchs Zimmer schlich um die Fernbedienung der Klimaanlage zu betätigen um die Raumluft auf gefühlte -3 Grad herunterzukühlen, machte die Sache nicht besser.

Und so startete ich den nächsten Tag müde und schlecht gelaunt….Immerhin hatte ich ja noch meine Wassermelone, auf deren saftiges Fleisch ich mich jetzt freute. Als ich aber feststellen musste, dass eine 30 köpfige Gruppe von Teenegern eines „Feriencamps“, die Lobby geentert hatten und einen Turm von Taschen und Koffern vor dem Kühlschrank aufgebaut hatten war die Laune im Keller…Ich kam nur schleppend wieder durch die restlichen Koffer, die auf dem Boden verteilt waren, und versuchte mich mit meinem Smartphone ins WLAN zu wählen…das die anderen 30 Augenpaare auch auf ihre Smartphones schielten ließ nichts Gutes verheißen und so besuchte ich Can auf seinem Zimmer um die Pläne für heute in die Tat umzusetzen.

Die Organisation eines Bustickets gestaltete sich auch schwieriger als erwartet und ließ uns wie Asterix und Obelix bei der Beschaffung des Passierscheins A38 durch die ganze Stadt von A nach B nach C, um von dort wieder nach A zu müssen, stolpern.

Irgendwann saß ich aber doch müde und lustlos im Bus nach Cesme ohne große Erwartungen an den Rest des Tages. Als wir an irgendeinen Supermarkt im Nirgendwo ausstiegen und ich mal wieder im blauen Dunst des Zigarettenqualms stand, war ich am Tiefpunkt angelangt. Schlimmer kanns nicht werden….

Und so war es auch, denn im nächsten Augenblick saß ich auch schon auf der Rücksitzback eines neuen GLK´s mit dem uns Mert zu seinem Ferienhaus chauffierte. Ich hatte jetzt eine Hütte im ortsansässigen Schrebergarten erwartet aber dieses Haus gleicht eher einem aus Beverly Hills oder O.C. California und so lagen wir nun am Pool, aßen frisches Obst und ließen es uns gut gehen. Den Rest des Nachmittages vertrieben wir uns am Strand, in diversen Restaurants und Bars. Was ich noch gelernt hatte, war der Ausdruck „German Style“ beim Bezahlen einer Restaurantrechnung meint, das jeder für sich selbst bezahlt…Was in der Türkei nicht der Fall ist denn hier wird sich fast darum geschlagen, wer denn nun wen einlädt.

Villa Villa2 Restaurant Cesme Mert Can and I

Diese Nacht konnte ich auch ausgezeichnet schlafen 🙂

Es war schon wieder der letzte Tag angebrochen, den ich damit begann, ein Geschenk für Can aus dem nahegelegenen Shoppingcenter zu besorgen, von dem er mir so vorgeschwärmt hatte. Es handelt sich dabei um neun Würfel mit unterschiedlichen Bildern aus dem eine Geschichte geformt werden kann. Im schattigen Park wurde das Ganze getestet und für gut befunden. Ich verabschiedete mich von Can, den ich aber wohl in meinem nächsten Ort wiedersehen werde….Denn er ist wohl ganz in der Nähe meiner nächsten Station „Bodrum“. Der Besitzer einer Farm hatte sich nun endlich auf meine Anfrage zurückgemeldet und so kann ich endlich die Reise dorthin antreten. Geholfen dabei hat mir auch Can, in dem ich sein Handy nutzen konnte und er sich auch selbst noch mal mit dem Farmer unterhielt, um die Details zu klären.

Würfelspiel

Und so wird am Ende doch immer alles gut 🙂

Zum Schluss noch einiges zum Schmunzeln 🙂

Mhhhh lecker…Schafshirn.

Schafshirn

 

Eine wichtige Lektüre die jeder Computerspielbegeisterte Person gelesen haben sollte

Computergames

Eine Aufladestation für alle Handy und Smartphonetypen 🙂

Aufladegerät

3 Gedanken zu „Izmir & Cesme – Am Ende wird alles gut“

  1. Weiterhin einen Gutes gelingen und viel Schöne Eindrücke in deiner Exposition. Danke für die Artikel Bilder und Videos. Heute Scheint hir auch die Sonnne.

  2. „Die Organisation eines Bustickets gestaltete sich auch schwieriger als erwartet und ließ uns wie Asterix und Obelix bei der Beschaffung des Passierscheins A38 durch die ganze Stadt von A nach B nach C, um von dort wieder nach A zu müssen, stolpern.“

    Sehr gut, Kalle! 😀

    Wünsche dir weiterhin viel Spaß und genieß die schöne Zeit!

    Beste Grüße aus Deutschland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.