Merhaba Istanbul!

Pünktlich um 7 Uhr morgens stand ich im noch verschlafenen Istanbul am Ufer des Bosporus, atmete die frische Luft ein und ließ die aufsteigende Sonne in mein Gesicht scheinen. Trotzdem die Stadt ruhig zu sein schien, spürte ich die pulsierende Kraft der Stadt. Und so beginnt mein Abenteuer in Istanbul.

Als ich dann auf der Fähre in Richtung der asiatischen Seite gen Osten in den Sonnenaufgang fuhr und dabei eine dreiflossige Delfinfamilie beobachten konnte (was wohl ein absolutes Highlight ist und die Verlobte meines Vermieters ziemlich neidisch gemacht hat) war der perfekte Start gelungen.

Skyline3

Angekommen auf dem asiatischen Teil der Stadt fuhr mich ein Taxifahrer in die Nähe der Wohnung, die ich zuvor über Airbnb (Klicke hier um einen AIRBNB GUTSCHEIN über 22€ zu erhalten) gebucht hatte. Die Gegend, in der die Wohnung steht, ist geprägt von einer stark wachsenden oberen Mittelschicht. Wer mehr darüber wissen möchte, kann das HIER, nachlesen. Nachdem ich mich bei den skeptischen Anwohnern durchgefragt hatte und mich erklären musste was ich denn hier wolle und bei wem ich wohne, wurde ich lächelnd in den Eingangsbereich geschoben und mit dem Fahrstuhl in den richtigen Stock befördert.

Aufgemacht wurde mir von Chari, einem netten Mittdreißiger Türken und Anwalt, der mich herzlich begrüßte und mir daraufhin auch gleich die Wohnung zeigte, die sehr modern eingerichtet, hell und geräumig ist. Chari ist der Vermieter der Wohnung und lebt gleichzeitig dort mit seiner Verlobten Anna und der Hundedame Lisa. Ich habe einige Fotos von meinem Zimmer und der Wohnung eingestellt die mir auch im Vorfeld auf Airbnb angezeigt wurden.

Wohnzimmer2 Wohnzimmer1 Zimmer Küche

Außerdem hatte er noch einige Reiseführer und Routen für mich zusammengestellt, von der ich eine gleich nutzte, um die Gegend zu erkunden. So kam ich in den nahegelegenen Park mit angrenzendem, gut duftenden Rosengarten. Wirklich sehr schön!!! Was mir auch aufgefallen ist, sind die Sportgeräte in den Parks, die für jedermann zur Verfügung steht. Oftmals sieht man hier ältere Menschen die sich entweder alleine oder mit einem Trainer fit halten.

Park2 Ich im Park Park1

Sportgeräte

Als Nächstes stand die Beschaffung von Nahrungsmittel auf dem Programm. Das gestaltete sich durch meine mangelnden Türkischkenntnisse schwieriger als man zunächst vermuten mag. Nachdem ich mich aber bei (m)einem Obstdealer mit Händen und Füßen erklärt hatte, hielt ich erfolgreich meine Beute in den Händen. Der kleine Laden und sein Inhaber sind mir schnell ans Herz gewachsen, während ich immer mal wieder vorbeischaute, um mich durch das reichhaltige türkische Obstangebot zu probieren. Das Volumen der Früchte ist allerdings um einiges größer als ich es gewohnt bin 😀 LECKER!!!

ObstObst2

Zu Hause angekommen wurde ich auch gleich verhaftet um einen türkischen Kaffee zu trinken. Für mich als „Nicht-Kaffeetrinker“ natürlich ein spezielles Erlebnis! Kaffee und Ich werden wohl niemals Freunde! Zum Ende des Tages quatschte ich noch ein wenig mit Chari und Anna, bevor ich diesen erfolgreichen Tag ausklingen ließ.

Das Ziel des nächsten Tages war es europäische Seite von Istanbul zu erkunden….So musste ich erst mal von der Wohnung zur Fähre kommen. Am schnellsten ist man mit der Nutzung des „Minibus“. Minibusse sind Busse mit ca. 15 Sitzplätzen, die sich durch eine flexible Routenführung und einen eher aggressiven Fahrstil auszeichnen. Dafür ist der Preis einer Fahrt mit 1,75 TL (0,60€) sehr günstig. Leider verstehen die meisten der Fahrer kein Englisch und so half der junge Beifahrer als Dolmetscher und gute Seele aus, um mich auch nach dem Ausstieg in Richtung Fährstation zu bringen.

Minibus

Danach verließ mich mein Glück auch schon wieder, denn ich saß in der falschen Fähre und fuhr in den Stadtteil „Galatasaray“, der vor allem durch sein Fußballteam bekannt ist.

Brücke Skyline1

Angekommen auf der europäischen Seite hatte ich dafür einen wunderschönen Spaziergang, bei dem ich ein „Painting Museum“ und verschiedene Parks besuchte sowie ein kleines, uriges Kneipen- und Restaurantviertel entdeckte, dass schnell zu meinem Lieblingsort in Istanbul wurde.

Lieblingsort in Istanbul Street Art IstanbulTreppe

In einem der Parks lernte ich dann Saif kennen, der aus dem Oman kommt, um Istanbul zu besuchen. Wir taten das, wobei man viele in Istanbul beobachten kann. Wir tranken einen Cay (schwarzen Tee) und quatschen über dieses und jenes um uns später wieder zu verabschieden. Was mir an diesem Tag als Highlight in Erinnerung geblieben ist, war die Fahrt mit Fähre bei dem man vom Heck aus den Sonnenuntergang beobachten konnte und dabei ein leichter Wind um die Nase wehte.

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Um auch meine „Happy Cow APP“ auszuprobieren suchte ich ein veganes Restaurant/Café im Stadtteil Fenabarce raus, ging die 7 km per pedes und wurde nicht enttäuscht! Die positiven Bewertungen der bisherigen Besucher hatten nicht zu viel versprochen! Das Essen war köstlich, der Service zuvorkommend und die Einrichtung mit Liebe gestaltet. Als Dessert gab es noch eine Spezialität des Hauses das wohl aus zwei verschiedenen Mohnsorten hergestellt war…….Es war auf jeden Fall sehr lecker 😀 Weil das Café zusätzlich einen WLAN Hotspot anbietet habe ich diesen auch gleich genutzt um meine Liebsten in Deutschland via WhatsApp zu kontaktieren. Die neue Telefonfunktion klappt sehr gut und ist zu empfehlen 🙂 Einfach mal testen. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut mal wieder vertraute Stimmen zu hören und das es allen gut geht.

Veganer2 Veganer

Nachdem ich wieder in der Wohnung eingetrudelt war, luden mich Anna und Chari noch zu einem selbst gemachten Abendessen ein bei dem wir viel Lachten, philosophierten und Spaß hatten. Während ich meinen Teller leerte, fragte mich Chari was ich denn vorhatte und ob ich nicht Lust hätte ihn beim Tanztraining zu begleiten, um neue Leute kennenzulernen. „JA KLAR“ 😀 Kaum Angekommen stand ich auch schon inmitten einer Tanzgruppe und hielt die Trainerin in meinen Händen um einen Fuß vor den anderen zu setzen. Es hat eine Menge Spaß gemacht und ich überlege, meine tänzerischen Fähigkeiten in Deutschland (oder während der Reise) weiter auszubauen.

Als wir zu Hause ankamen, begrüßte uns Anna und präsentierte uns stolz die Einladungen für Ihre gemeinsame Hochzeit im nächsten Monat, zu der ich kurzerhand auch eingeladen wurde. Und um der Romantik noch die Krone auszusetzen durfte ich Erfahren, dass sie sich in genau der Tanzschule in der wir zuvor waren, kennengelernt hatten.

Was für ein schöner Tag 🙂

Der nächste Tag startet bei einem gemeinsamen Frühstück mit Chari und Anna. Als Spezialität durfte ich Halva kosten und war sofort infiziert vom Geschmack. Also wenn jemand professioneller Halva Hersteller ist, möge er mir das bitte mitteilen…sollte sich niemand finden versuche ich mich selbst mal daran.

Um endlich meine Haarpracht zu kürzen suchte ich als Nächstes einen Friseur, auf dessen Werk ihr im Video begutachten könnt.

Den Rest des Tages habe ich ein sehr interessantes Buch über die Themen: Arbeit, Zeit bzw. Zeitwohlstand gelesen und wie eine Gesellschaft zukünftig aussehen könnte mit einer anderen Verteilung der Zeit. Fand ich sehr gut und anregend. Wer möchte, kann das Buch HIER kostenlos lesen.

Weil sich die Zeit in Istanbul langsam dem Ende neigt, kümmerte ich mich heute um mein nächstes Reiseziel. Ich hatte über die Plattform Workaway.info einen Kontakt gefunden, dem ich bei dem Bau eines Ökohauses in Izmir helfen wollte und er mir im Gegenzug, Kost und Logis bietet. Leider hat er sich seit Kurzem nicht mehr gemeldet, weswegen ich improvisieren muss und mein nächstes Ziel bei Couchsurfing publik machte worauf sich ein in Izmir lebender Amerikaner bereiterklärt hat mich zu beherbergen. Das Busticket für die Fahrt kaufte ich in einem nahegelegenen Reisebüro und freu mich auf die Reise.

Den Abend ließ ich in einem Cafe ausklingen, in dem eine „Vegane Burgerparty“ stattfand. Das Konzept diese Cafés ist es, dass man nur das zahlt, was man zahlen möchte (Pay what you want). Es gibt also keine festen Preise. Ich hatte davon schon gehört aber selbst noch nie angewendet. Studien haben wohl ergeben, dass dieses Konzept klappen kann….Auch ein interessantes Thema. In dem Cafe selbst geht es sehr international zu. Ich lernte einen Syrer und einen Amerikaner kennen mit denen ich den Abend noch bei einem Cay verbrachte und mir einige Reisetipps geben ließ.

Der letzte Tag ist angebrochen und ich hab den Vormittag damit verbracht, diesen Artikel zu schreiben und die Bilder auszusortieren. Am Nachmittag war ich noch mal im „Mahatma“ dem veganem Café, in dem ich bereits Gast war. Als ich meine Bestellung in Englisch aufgegeben hatte, fragte mich die Bedienung wo ich denn herkomme….und Sie kommt wie ich aus Deutschland…also konnte ich mal wieder Deutsch sprechen und mich mit ihr austauschen. Als Dessert gab es einen leckeren Schokoladenkuchen.

Als ich wieder in der Wohnung ankam, hatte ich als kleine Überraschung einen Strauß Blumen gekauft, den ich meinen beiden Gastgebern freudestrahlend überreichte 🙂 Wir tauschten uns noch einmal über die vergangenen Tage aus und übten zum Abschluss noch einige Tanzschritte 🙂 Eine schriftliche Einladung zur Hochzeit bekam ich auch noch überreicht und ich bat die beiden ein paar Worte (in ihrer Sprache) in mein Tagebuch zu schreiben.

Chari Anna EinladungTagebuch

Sehr schön war auch das gemeinsame Abendessen, bei dem viel gelacht wurde.

Kurz vor dem zu Bett gehen gab es aber noch eine kleine Planänderung, denn mein nächster Couchsurfing Host (mit dem ich seit ca. 3 Tagen Kontakt habe), hatte nun doch entschieden, mich nicht aufzunehmen. Da ich aber das Ticket schon gekauft hatte, entschied ich mich trotzdem dazu nach Izmir zu fahren.

Und so sitze ich jetzt im Bus nach Izmir und lasse das schöne Istanbul hinter mir. Die Zeit in dieser pulsierenden Metropole hat mir sehr gefallen und ich kann nur jedem ans Herz legen diese Stadt einmal zu besuchen, um einzutauchen und sich treiben zu lassen.

Güle Güle Istanbul

 

Anbei noch einige Kuriositäten die mir aufgefallen sind.

Da wäre als erstes der McDonald´s Bringdienst zu nennen (gibts auch in der Variante „Burger King“!

Mc Donalds Bringdienst

Das größte und das kleinste Deutsch-Türkische Wörterbuch, die ich auf einem Flohmarkt fand.

Wörterbuch

 

6 Gedanken zu „Merhaba Istanbul!“

  1. Danke für den lesenswerten Artikel!! Was du in so kurzer Zeit schon erlebt hast, das erleben manche in einem ganzen Jahr nicht. Den Bringdienst hab ich in Brasilien auch schon gesehen. Nur in Deutschland scheinen sie davon noch nicht so überzeugt zu sein. Gute Reise nach und viel Spaß in Izmir!

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