Venedig & Diano Marina

15.07.2016 – 19.07.2016

Nach dem Bildungsurlaub in den Bergen wollte ich ins Warme. Also ab nach Italien 🙂 So musste ich mir auch keine Gedanken um die Schneeketten machen, die man für den Großglocknerpass benötigte. Also auf in den Süden!!!

Der Plan war, dass ich unbedingt nach Florenz wollte…Das war das große Ziel, weil die Stadt so unglaublich schön sein soll…ich nehm es gleich mal vorweg…ich bin überall gewesen aber nicht in Florenz!

Das nächste Ziel war erstmal Venedig…denn hier bin ich noch nie gewesen und es lag nicht weit weg von Heiligenblut, wo ich meinen Bildungsurlaub verbracht habe.
Und nach Venedig stand ein Workaway (Arbeiten gegen Kost und Loggie) in Westitalien an, und zwar bei Francesco, der Hilfe in seinem Garten benötigt. 🙂

Die Fahrt von Österreich nach Venedig gestaltete sich sehr kurvenreich 🙂 Das ist ein Paradies für Motorradfahrer, ich hingegen in meinem Polo bekam schon einen leichten Drehwurm und neu für mich waren die Mautstationen auf den italienischen Autobahnen. Das System ist aber simpel. Ranfahren…Geldschein zücken und vom Automaten einziehen lassen…Restgeld (Kleingeld) herausnehmen und hoffen das die Schranke aufgeht. Man zahlt zwar für die Autobahnen, die sind aber auch in einem hervorragenden Zustand. Auf der Fahrt habe ich fast gar keine Baustellen gesehen und auch der Verkehr ist überschaubar. Gefüllt hat sich die Bahn nur vor Venedig und dann gleich richtig. Ich kam aber gegen 18 Uhr an, und wenn man die Brücke vom Festland überfährt und einem die wunderschöne Skyline von Venedig entgegen kommt, ist der vorherige Stau schnell vergessen.

Venedig2

Weil die Stadt autofrei ist, muss man versuchen das Auto in eines der Parkhäuser zu lassen…gestaltet sich auch schwieriger als es sich anhört, denn jede_r will natürlich einen Parkplatz ergattern. Ich konnte mich aber gut durchwinden und sagte dem Parkeinweiser, dass ich mind. eine Nacht bleiben möchte…das habe ich zu dem Zeitpunkt auch wirklich gedacht 😀 Es kam dann zwar anders aber dazu später…

Parkhaus Venedig

Auto geparkt und auf geht’s…Ich habe keine Ahnung von Venedig aber es soll ja ganz schön sein und im Sommer stinken. Gestunken hat es nicht aber schön war es und das wissen gefühlte 2.000.000 Mio Asiaten und Amerikaner auch…Die Stadt war überfüllt von Touris…ich hab selten eine Stadt gesehen in dem so viel mit dem Smartphone dokumentiert wurde. Natürlich schoss ich auch einige Fotos 🙂

Hunger hatte ich!!! Das sollte in Italien nun wirklich kein Problem sein, das man nicht lösen kann und so saß ich irgendwann in einem Restaurant (natürlich italienisch) an einem der vielen Kanäle. Die Pizza war überragend und außerdem gab es WLAN. So konnte ich entspannt eine Übernachtungsmöglichkeit suchen….DENKSTE..Gesucht habe ich bei Airbnb, Hostelworld und Booking.com. Alles Seiten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe…aber die Nachfrage in Venedig übersteigt das Angebot und mein Akku leerte sich langsam aber stetig. So blieb mir nichts anderes übrig als in den Hotels und Hostels in der Stadt zu fragen. Ich fragte so einige…und die Preisspanne lag zwischen 100€ (Für die letzte Kaschemme) bis zu 500€ in einem vier Sterne Hotel…Ne das war mir doch alles zu teuer und zu stressig und so machte ich mich gegen 22 Uhr auf die Stadt zu verlassen und Richtung Westen zu fahren.

Das Navi des Smartphones führte mich nach Diano Marina, meinem nächsten Workaway, allerdings spielte der Akku nicht mit und ein Aufladekabel für den Zigarettenanzünder hatte ich natürlich auch nicht mit. Dazu kam das ich einfach hundemüde war und es zu gefährlich ist weiterzufahren, so suchte ich an der Autobahn ein Motel oder eine Pension, in der ich übernachten konnte…und gegen 00:00 Uhr fand ich an der Autobahn ein Hotel mit der Aufschrift „Hotel & Residence Villa Bartolomea“. Sieht irgendwie teuer aus…aber schlafen muss ich jetzt trotzdem. Es war noch ein Zimmer frei. 70€ soll die Nacht kosten inkl. Frühstück, Spa Bereich und Fahrradverleih. Na wenn das so ist…Kreditkarte raus und auf geht’s.

Motel2

Motel3

Motel1

Ein Bett für mich und eine Steckdose für das Smartphone. Geht doch 🙂 Gute Nacht!

Ich hab geschlafen wie ein junger Gott!!! 😀 und jetzt ab in den Pool…Den Poolbesuch und die Dauer musste ich bei der Rezeption anmelden …denn der Pool wurde für mich reserviert 😀 Danach gings ans Frühstücksbuffet, um fit zu sein für eine Fahrradtour.

Fahrrad Villa Bartolomea

Ich erkundete also die Gegend auf zwei Rädern und war positiv überrascht von der Umgebung. Ich musste aber weiter denn mit Franceso hatte ich ausgemacht, dass ich gegen 18 Uhr in Diano Marina ankomme.

Mein Zeitmanagement war schon immer ganz gut und so erreichte ich Diano Marina wie geplant um 18 Uhr. Ich hatte allerdings nicht auf dem Schirm das Diano Marina ein so touristischer Ort ist. Karossen mit deutschen, französischen und holländischen Kennzeichen schoben sich Stoßstange an Stoßstange durch die Straßen. Francesco hatte mir erklärt das sein Haus gegenüber eines Hotels steht, und zwar in einer Kurve…und diese Kurve ist ziemlich stark befahren.
Ich fand einen guten Parkplatz und erreichte das Haus mit dem kleinen Turm.

Haus in der Kurve

Das die Tür offen steht hatte mit Fracensco geschrieben…allerdings fand ich auf dem Grundstück und im Haus niemanden. Irgendwann aber bellte ein Hund und auch Francesco ließ nicht lange auf sich warten. Er begrüßte mich…und was soll ich sagen…die Begrüßung war weder herzlich noch sonderlich nett…eher kühl und reserviert aber vielleicht legt sich das ja noch.

Als Erstes zeigte er mir das Haus in dem ich und der andere Volunteer wohnten. Es ging eine steile Treppe hinab und dann hatten wir eine Küche, ein Bad und jeder sein eigenes Zimmer. Francesco wohnte in einer eigenen kleinen Hütte. Das die Küche nicht aufgeräumt war ärgerte Francesco und so bekam ich gleich die Aufgabe die Küche und das Geschirr zu putzen, dafür bekam ich dann auch das Essen, das Dean wohl ausgeschlagen hatte. Denn jeden Tag um 15 Uhr kocht Francesco und bringt uns das Essen runter. Nach einer Besichtigung von Deans Zimmer zeigte mir Francesco die Arbeit für die nächsten Tage. Eine Steinmauer sollte gebaut werden. Dafür musste Erde mit einer Spitzhacke abgetragen und Steine herangerollt werden. Außerdem muss das ganze noch durch Schutt verdichtet werden. Die Arbeitszeiten waren wie folgt:
Zwei Stunden am Morgen…danach wird’s zu heiß und drei Stunden am Abend. Zwei Tage arbeiten, einen Tag frei, drei Tage arbeiten und einen Tag frei.
Die Arbeitszeiten sind zumindest geregelt. 🙂

Das Schönste an dem Haus war die Lage, denn zum Strand waren es zu Fuß nur 15min und den schaute ich mir auch gleich mal an. Ach ja noch etwas…WLAN gabs bei Francesco nicht, das muss man sich irgendwo in der Stadt besorgen. War aber auch kein Problem. Nach einem ausgiebigen Check aller sozialen Netzwerke und Mails gings zurück und ich verschwand im Bett. Etwas muffig ist es schon und die viel befahrene Straße hilft auch noch nicht so recht beim Einschlafen…nach einiger Zeit fiel ich aber trotzdem in den Schlaf.

Den nächsten Morgen lernte ich Dean kennen. Er erzählte mir von seinem großen Traum…eine Grasplantage in Kalifornien…Man muss eben Träume haben 🙂

Dean

Um 07:00 stand ich mit einer Spitzhacke bewaffnet vor einer Mauer um die Erde abzuhacken und Platz für neue Steine zu machen. Dean arbeitete derweil an einer anderen Mauer im Garten und stapelte die Steine übereinander. Nach den ersten drei Stunden musste ich einfach an den Strand….so wie alle anderen Touristen auch 😀 und jeder hatte eine Liege inkl. Sonnenschirm.

Überfüllter Strand

Die Strandabschnitte gehören anscheinend zu den Hotels und somit suchte ich einen öffentlichen Strand auf und fand auch einen…der war aber steinig und im Wasser war auch niemand.

Diano Marina

Also doch an den sandigen Strand und endlich ins Wasser!!! Um Francesco besser kennenzulernen, war ich um 15 Uhr in seinem Haus und aß mit ihm zu Mittag. Er scheint nicht sehr glücklich und die Themen beim Mittag waren auch keine leichte Kost…es ging gleich um Politik…find ich als Einstiegsthema etwas schwierig….

Als die Sonne langsam unterging und sich die Luft etwas abgekühlt hatte standen noch zwei Stunden Arbeit auf dem Programm, die ich auch erfolgreich absolvierte. 🙂

Am Abend schaute ich mir mal die Innenstadt von Diano Marina an und war doch positiv überrascht. Ein sehr gepflegter Ort mit vielen Restaurants und Cafés…Morgen schau ich mir mal den Nachbarort an, der nicht so touristisch sein soll, sondern etwas traditioneller. Gute Nacht

Promenade DIano Marina

Orangenbaum

06:45 Uhr – Spitzhacke – und los geht’s!!! Nach 30 min kam aber Francesco und teilte mich für eine andere Arbeit ein. Steine von der anderen Seite des Baches schleppen bzw. rollen, weil die Größe der Steine nicht mehr handlich ist. Über eine improvisierte Brücke (Aus einer alten Holztür) rollte ich die schweren Steine und hievte sie auf der anderen Seite wieder hoch. Keine einfache Arbeit aber nach drei Stunden war auch diese vorbei.

Auf nach Imperia….zu Fuß…in der sengenden italienischen Hitze…super Idee 😀 Ich traf aber einen älteren Herrn, der in dieselbe Richtung gegangen ist. Wir kamen ins Gespräch…wenn man das so bezeichnen kann…denn er sprach italienisch und ich…joar ich versuchte seine Gestik und Mimik zu deuten. Ich denke das mir das auch ganz gut gelungen ist. Der Weg war weiter als gedacht, denn wir waren ca. 40 min zu Fuß unterwegs. Auf dem Weg trafen wir einen Sicherheitsmann, der vor einem Gittertor stand und anscheinend eine Ferienanlage bewacht. Außerdem kennt er wohl den alten Mann, denn sie unterhielten sich. Ich wartete kurz und ging dann weiter mit dem kleinen, alten Italiener. Er zeigte mir den Hafen von Imperia und wir verabschiedeten und als ich wieder zurück nach Diano Marina gegangen bin.

Imperia

Auf dem Rückweg sprach mich der Sicherheitsmann an, der zuvor mit dem Alten gesprochen hatte. Wir quatschen kurz und er wollte mir die Bungalows zeigen…Ok..warum nicht, sieht ja ganz schick aus. Nachdem das Gittertor ins Schloss gefallen war, fragte er mich, woher ich den alten Mann kenne, das sah ungefähr so aus.

Sicherheitsmann: „From where do you know the old guy?“
Ich: „I met him when I was going to Imperia. And you?“
Sicherheitsmann: „I fucked him.“
Ich: „Ok“

Daraufhin überkam mich doch ein etwas komisches Gefühl. Er wollte mit mir noch irgendwelche Deals einfädeln…Sein Plan ist ein Hotel auf Sri Lanka zu eröffnen und ich sollte die deutschen Kunden anwerben…mir würden auch 300€ der 500€ zustehen…und wir können das Ganze auf seinem Zimmer besprechen. Er wollte die Details morgen klären. Ich sagte zu und war froh, als das Gittertor wieder offen war…

Die Abendschicht stand nun an und Francesco war hoch motiviert, denn diesmal arbeiteten wir miteinander. Francesco holte die Steine, ich rollte Sie über die Brücke und Dean brachte sie zur Schubkarre. Das funktionierte ganz gut aber zu dem Zeitpunkt hatte ich schon entschieden, dass ich weiterfahre. Es war einfach nicht das, was ich suche…Die Arbeit ist hier das aller Wichtigste und alles andere scheint Francesco unwichtig zu sein. Keine Gemeinschaft, negative Stimmung und kein Klopapier…

Francesco schrieb uns immer kleine Zettelchen die dann in der Küche lagen z.B. „ Clean the kitchen“ oder „Clean the table“. Ich schrieb am nächsten Morgen auch einen Zettel—„Sorry guys, i´m leaving“…

Ciao Italia

Fiat

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